Wie dem Unwetter begegnet wurde

Erlenbach

Am Samstag, 9.Mai, startet das Talmuseum Agensteinhaus in Erlenbach in die neue Saison. Und zwar mit der Vernissage zur Ausstellung, die dem Unwetter 2005 und der Bewältigung von dessen Zerstörungen gewidmet ist.

Die Ausstellungsmacher (v.l.): Hans-Peter Meyer, Bernhard Wüthrich sowie Gottfried und Martin Jutzeler im Erlenbacher Agensteinhaus.

Die Ausstellungsmacher (v.l.): Hans-Peter Meyer, Bernhard Wüthrich sowie Gottfried und Martin Jutzeler im Erlenbacher Agensteinhaus.

(Bild: Peter Rothacher)

Die Jahresausstellung im Erlenbacher Talmuseum Agensteinhaus ist einem Thema gewidmet, das die Bevölkerung der Region nachhaltig beschäftigt respektive betroffen hat: dem Unwetter vom August 2005. Vernissage ist am kommenden Samstag um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei, und es wird ein Apéro angeboten.

Speziell der vordere Teil des Diemtigtals ist vor knapp zehn Jahren von den Wassermassen richtiggehend umgestaltet, das Dorf Oey überflutet worden. Aber auch die Gemeindegebiete von Erlenbach, Därstetten und Oberwil wurden in Mitleidenschaft gezogen. Anhand von Bildern und Tabellen wird an der Ausstellung das Schadenausmass dokumentiert. Doch auch die Aufräum- und Instandstellungsarbeiten sind Thema sowie die Bauten, welche seither zum Schutz vor künftigen Hochwassern erstellt wurden.

«An einem Flachbildschirm wird zudem im Talmuseum ein Zusammenschnitt von ‹Schweiz aktuell›-Fernsehbeiträgen gezeigt. Diese berühren noch heute – ein Jahrzehnt später – extrem», erklärt Bernhard Wüthrich als Co-Präsident des Museums.

Experten kommen zu Wort

Die Ausstellung ist vom 9.Mai bis zum 24.Oktober zugänglich. Zusätzlich finden in der Aula des Sekundarschulhauses Erlenbach vier Vorträge zum Thema statt. Gehalten werden diese von Fachleuten, welche bei der Bewältigung des Hochwassers massgeblich beteiligt waren oder sich in den Bereichen Naturgefahren sowie Schutz vor Elementarschäden auskennen. Die Vorträge sind auf 20 Uhr angesetzt, wobei die Ausstellung jeweils vorgängig von 18.30 Uhr bis 19.45 Uhr geöffnet ist.

Donnerstag, 4.Juni: Der Diemtiger Einsatzleiter Kurt Luginbühl spricht über seine Erfahrungen, die er beim Ereignis vom 21.August 2005 bis zum Ende der Aufräumarbeiten gemacht hat, und welche Lehren daraus gezogen wurden (Eintritt 10 Franken).

Donnerstag, 3.September: Martin und Gottfried Jutzeler sowie Ueli von Niederhäusern berichten als damalige Mitglieder des Erlenbacher Gemeindeführungsorgans über die Schadenereignisse und deren Bewältigung in ihrem Dorf (Eintritt 10 Franken).

Donnerstag, 17.September: Jakob Mani, Ex-Präsident der Schwellenkorporation Diemtigen, berichtet aus seiner Sicht über das Jahrhunderthochwasser 2005. Eine Fachperson der Firma Geotest beleuchtet speziell den Aspekt Naturgefahren (Organisation Volkshochschule Spiez-Niedersimmental, Eintritt 15 Franken).

Donnerstag, 15.Oktober: Unter dem Motto «Prävention und Massnahmen nach 2005» informiert Hansueli Siegenthaler über die Schutzbauten am Hüpbach in der Gemeinde Oberwil. Ein Hausexperte der Gebäudeversicherung Bern (GVB) erläutert, wie sich Liegenschaftsbesitzer gegen Elementarschäden schützen können. Die Ausstellung wird auch durch die GVB finanziell unterstützt (Eintritt 10 Franken).

Öffnungszeiten Museum

Am Maimarkt (12.Mai) sowie am Michaelmarkt (9.Oktober) ist das Talmuseum jeweils ab 9 Uhr als «offenes Haus» zugänglich. Ansonsten ist es jeweils am Mittwoch und am Samstag von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (Eintritt für Erwachsene 5 Franken, für Kinder und Vereinsmitglieder gratis). Führungen durch das Museum sowie die Vermietung von Räumlichkeiten sind auch ausserhalb dieser fixen Öffnungszeiten möglich.

Die permanente Ausstellung im 1766 erbauten Haus gibt in talbezogenen Themen Einblicke in die alte Zimmermannskunst, Pferde- und Viehzucht, Alpwirtschaft, alte Handwerke, Urgeschichte und Geologie.

Informationen und Anmeldungen über Hans Hofer, Telefon 033 6811250, oder Bernhard Wüthrich, 033 6811785.

Berner Oberländer

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