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Wenig Zeit, um Ort für Asylunterkunft zu finden

In Uetendorf muss kurzfristig eine Asylunterkunft gefunden werden. Drei Orte sind möglich: Die Zivilschutzanlage, die Militärunterkunft sowie die ehemalige Sanitätshilfestelle. In jedem Fall muss Uetendorf umdisponieren.

Der Kanton Bern braucht zurzeit mehr Platz für Asylsuchende. Vorgestern hatte der Kanton bekannt gegeben, dass nebst Bern, Biel und Köniz auch in Uetendorf temporär ein Platz für rund 100 Asylanten gesucht wird (siehe auch Ausgabe von gestern). Der Gemeindepräsident Uetendorfs, Hannes Zaugg, hatte mit dem Auftrag des Kantons gerechnet. «Im Dorf kommen drei Anlagen in Frage. Einerseits die Zivilschutzanlage Alst-Berg, andererseits die Militärunterkunft Alst-Bach sowie die ehemalige Sanitätshilfestelle unter dem Altersheim im Ober Bälliz», sagt Hannes Zaugg. Bei den beiden erstgenannten Unterkünften handelt es sich um ehemalige Armeeluftschutztruppen-Unterkünfte (Alst). Alle drei werden von der Gemeinde Uetendorf betrieben und verwaltet, so Zaugg.

«Kommando» Zivilschutz

Die Zivilschutzanlage am Schulrain diente als Kommandoposten für die gesamte Organisation des Zivildienstes Thun-Westamt. «Hier lagern wir das gesamte Material», sagt der Gemeindepräsident Zaugg. Dazu gehören zum Beispiel Uniformen und Werkzeuge aller Art, wie sie im Zivilschutz genutzt werden.

Eingerichtet sind entsprechend auch Sitzungszimmer. «Theoretisch könnte man hier jedoch Asylsuchende einquartieren», sagt Zaugg.

Umdisponieren möglich

Eine weitere Unterkunftsmöglichkeit besteht in der Militärunterkunft an der Allmendstrasse, neben der Primarschule Bach. «Die Anlage gehört dem Militär, wird aber von der Gemeinde verwaltet», sagt Hannes Zaugg. Nebst dem?Militär werden die Räumlichkeiten auch halbprivat genutzt und weitervermietet. «Wir vermieten sie beispielsweise an Schulen anliegender Gemeinden als Übernachtungsmöglichkeit.»

Es gebe natürlich Belegungspläne für das laufende sowie das kommende Jahr, jedoch könne die Gemeinde Uetendorf auch in diesem Fall gegebenenfalls umdisponieren.

Ehemaliges Militärspital

Bei der dritten Unterkunft handelt es sich um sogenannte Sanitätshilfestelle unter dem Altersheim im Ober Bälliz. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Spital der Schweizer Armee mit integrierter Grossküche. 2005 wurde die unterirdische Unterkunft praktisch komplett ausgeräumt; Betten hat es gemäss Hannes Zaugg aber noch. «Auf jeden Fall müsste man die ehemalige Sanitätshilfestelle wieder instand stellen. Organisatorisch wäre dieser Standort aber die für uns einfachste Lösung.» Noch seien alle nötigen Anschlüsse vorhanden. Man werde sich den Standort in den kommende Wochen mit Experten ansehen, so Zaugg.

Leiser Vorwurf an Kanton

Die Gemeinde müsse aber auch wissen, was für Personen einquartiert werden. Hannes Zaugg ist erstaunt, dass sich noch kein Vertreter der Behörde bei der Gemeinde gemeldet habe, um sich die Anlagen persönlich anschauen zu kommen. «Diese leise Kritik an den Kanton erlaube ich mir», so Zaugg. Dass Uetendorf kurzfristig für eine temporäre Unterkunft sorgen muss, wissen die Uetendorfer Behörden erst seit einer Woche.

Zeit bis Ende Dezember

Gestern nun erfuhr der Gemeindepräsident, dass Uetendorf bis etwa Ende Dezember Zeit hat, sich auf die Asylbewerber vorzubereiten.. «Zuerst werden die geplanten Zentren in Bern und Biel eingerichtet», weiss Hannes Zaugg.

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