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Wegen Abzockerinitiative: Berner Oberland-Bahnen verlassen Börse

Die Berner Oberland-Bahnen (BOB) ziehen sich von der Börse zurück. Mit der Annahme der Abzocker-Initiative seien die Anforderungen an kotierte Gesellschaften stark angestiegen, begründet die Bahnbetreiberin ihren Schritt.

Sind bald nicht mehr börsenkotiert: Die Berner Oberland-Bahnen.
Sind bald nicht mehr börsenkotiert: Die Berner Oberland-Bahnen.
zvg

Angesichts des geringen Handelsvolumens der BOB-Inhaberaktien habe der Verwaltungsrat bei der Berner Börse beantragt, die Aktien per Ende Jahr zu dekotieren, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im Jahr 2012 waren insgesamt 139 BOB-Aktien gehandelt worden, im laufenden Jahr 2013 waren es bis anhin 65 Aktien. Im Vergleich: Pro Tag werden durchschnittlich rund 15 Millionen Wertpapiere der Grossbank UBS gehandelt.

«Die Umsetzung der Abzocker-Initiative bedeutet für ein kleines Unternehmen wie die Berner Oberland-Bahnen einen zu grossen administrativen Mehraufwand», sagte die Medienverantwortliche Patrizia Pulfer auf Anfrage. Die Initiative zur Stärkung der Aktionärsrechte wird nach ihrer Umsetzung Auswirkungen auf das geltende Aktienrecht haben, etwa auf Vergütungsbericht, Einführung eines Vergütungsausschuss und Abstimmungsmechanismen.

Als Beispiel nannte Pulfer die Vorschrift, dass die Abstimmungen im Vorfeld der Generalversammlungen künftig auf elektronischem Wege ermöglicht werden müssten. «Eine solche Umstellung ist mit personellem Aufwand und Kosten verbunden, die in keinem Verhältnis zur Unternehmensgrösse stehen», sagte Pulfer.

Verlagerung auf andere Handels-Plattform

Da die neuen Regeln nur für börsenkotierte Unternehmen gelten, soll der Handel der BOB-Inhaberaktien nach dem letzten Handelstag an der Berner Börse auf der Plattform OTC-X weitergeführt werden. Die OTC-X ist die elektronische Handelsplattform der BEKB für nichtkotierte Schweizer Aktien.

Das Stimmvolk hatte die Abzocker-Initiative des Schaffhauser Ständerats Thomas Minder am 3. März mit einem deutlichen Ja angenommen. Sie richtet sich gegen zu hohe Managerlöhne und will die Aktionärsrechte stärken. Das Justizdepartement ist nun daran, das Anliegen des Volksbegehrens umzusetzen.

Ende November 2013 will der Bundesrat eine vorübergehende Verordnung verabschieden und auf den 1. Januar 2014 in Kraft setzen. Die vorübergehende Verordnung wird solange gelten, bis das Parlament die neuen Verfassungsbestimmungen auf Gesetzesstufe umgesetzt hat.

(SDA)

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