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Wahre Könner sägen auch im Regen

Weil die Holzfällertage Brienz bisher von schönem Wetter profitierten, wussten viele Gäste, was den «Hölzigen» hier geboten wird. Deshalb liessen sich wenige von einem Besuch der verregneten dritten Auflage abhalten.

Wir sind überaus zufrieden», bestätigte OK-Präsidentin Lilo Wyler gut gelaunt am Montagvormittag vom Forstplatz Brienz aus, wo die Aufräumarbeiten im Gang waren. «Wegen der Wetterprognosen hatten wir nicht mit so vielen Zuschauern und Mitmachern gerechnet», sagte sie. An zwei Abenden sei das Festzelt zum «vollen Haus» geworden. Und ganz ohne Schadenfreude fügte sie hinzu: «Ein Car, der mit über 50 Personen in Richtung Hasliberg unterwegs war, brachte die Leute zu uns – weil der Chästeilet auf Mägisalp verschoben werden musste.»

Kettensägen im Wettkampf

Erneut hatten die Organisatoren der Holzfällertage ein reichhaltiges Programm vorbereitet. Begonnen wurde am Freitagabend mit einem Seilzieh-Wettkampf für jedermann. Am Samstag war mitzuerleben, wie mit einer Motorsäge eine übermannsgrosse Statue geschnitzt wird.

Nach den Plausch-Teamwettkämpfen war es Sache der Hotsaw-Männer, zu zeigen, wie sie die fast 30 Kilo schweren und mehr als 60 PS starken «heissen» Kettensägen beherrschen — keine einfache Sache, wenn man weiss, dass sich die Kette mit 240 km/h durchs Holz frisst. Hermann Schönbächler schnitt die drei Scheiben mit 46 Zentimeter Durchmesser in 6,21 Sekunden vom Stamm.

Der Holzfällerwettkampf der Profis in den Kategorien Elite und Amateure (zwischen Axtwerfen und Underhand Chop) in sieben Disziplinen faszinierte weibliche und männliche Zuschauer gleichermassen. Alle waren sie gut gestimmt, Neulinge hatten das Gefühl, in eine verschworene Gesellschaft geraten zu sein.

Fleissig trainieren

«Underhand Chop» ist, wenn das Zerteilen eines bereits gefällten Baumes simuliert wird. Auf einem horizontal verankerten Block stehend, versuchen die Athleten, in möglichst kurzer Zeit mit Axtschlägen den 32 Zentimeter dicken Stamm zu durchschlagen. Athleten, durchtrainierte Athleten waren es samt und sonders, die sich so gemessen haben. Und da traf man auch auf Männer mit bekannten Namen. Wie auf den Bieler «Riesen» Hermann Schönbächler, den vierfachen Schweizer Meister und Vize-Europameister im Baumfällsport.

Ja, die «Profis» — nicht alle, aber die meisten von ihnen kommen aus dem Forstbetrieb oder aus der Gärtnerei — betreiben Hochleistungssport, mit Training und Coaching und allem, was dazugehört. Aber: Ihre Sportgeräte — die Äxte und Sägen — sind kostspielige Sonderausführungen, die sich nicht für den Alltagseinsatz im Wald eignen.

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