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Verstösse gegen Alk-Verkauf an Minderjährige

In Meiringen und auf dem Bödeli wurden im Oktober in 22 Läden und Gastronomiebetrieben wiederum Alkoholtestkäufe durchgeführt. In zehn Fällen kam es zu Verstössen gegen die Jugendschutzbestimmungen.

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr fanden in den Gemeinden Interlaken, Matten, Meiringen, Unterseen und Wilderswil sogenannte Alkoholtestkäufe statt. Neben Einzelhändlern wurden diesmal auch Gastronomiebetriebe überprüft. Obwohl die Aktion im Vorfeld in den Medien angekündigt worden war, verkauften auf dem Bödeli fünf von 14, in Meiringen sogar fünf von acht getesteten Betrieben alkoholische Getränke an Minderjährige. Die Gemeinden, die diese Testkäufe von der Jugendarbeit Interlaken und Oberhasli durchführen liessen, stufen die Ergebnisse als unbefriedigend ein. «Wir dürfen nicht aufhören, sondern müssen die Tests weiterführen», lautet das Fazit der Meiringer Gemeinderätin Claudia Groh. «Ich bin sehr froh, dass wir die Kontrolle durchführen können», sagt sie weiter.

Nur Ausweiskontrolle hilft

Nur eine konsequente Ausweiskontrolle sowohl an der Kasse als auch beim Service und an der Bar ermögliche eine erfolgreiche Umsetzung der Jugendschutzbestimmungen. Die Gemeinden zeigen zwar Verständnis für das Personal, das in seinem Arbeitsalltag zum Teil schwierigen Situationen ausgesetzt ist, die die Kontrollen erschweren. Beispielsweise weil der Kundenandrang zu Stosszeiten besonders gross ist, die Lichtverhältnisse schlecht sind oder weil junge Erwachsene teilweise empfindlich reagieren, wenn sie aufgefordert werden, ihren Ausweis zu zeigen. Das Ziel sei es aber, dass die Ausweiskontrollen zu einer Selbstverständlichkeit würden, meint Claudia Groh. Deswegen sollen die Kontrollen sowohl im Detailhandel als auch in der Gastronomie weitergeführt werden.

Die Betriebe, die beim Alkoholverkauf an Jugendliche erwischt wurden, müssen beim Regierungsstatthalteramt vorstellig werden. «Bei Erstvergehen sprechen wir nur eine Ermahnung aus und machen auf die Konsequenzen aufmerksam», erklärt die Regierungsstatthalterin des Amts Oberhasli Yvonne Kehrli-Zopfi. Alkoholabgabe untersagen «Im Wiederholungsfall kann es soweit gehen, dass dem Betrieb die Alkoholabgabe für einen, zwei oder drei Monate untersagt wird, bis hin zu einem Entzug der Erlaubnis zum Alkoholverkauf», so Yvonne Kehrli-Zopfi weiter. Vor einigen Wochen hat das Regierungsstatthalteramt Bern der Aperto-Filiale im Bahnhof Bern ein zweimonatiges Verkaufsverbot für alkoholische Getränke verhängt, weil das Personal seit Jahren gegen den Jugendschutz verstossen hatte. Zusätzlich zu den verwaltungsrechtlichen Konsequenzen entscheidet das Untersuchungsrichteramt, bei dem die Strafanzeigen landen, über eventuelle Bussen. Ob unter den getesteten Betrieben in Meiringen und Interlaken tatsächlich Wiederholungstäter sind, war gestern nicht zu erfahren. Bereits im Mai hatten die Gemeinden Testkäufe in 28 Geschäften durchgeführt. 14 hatten gegen das Jugendschutzgesetz verstossen.

Die Gemeinden weisen zudem darauf hin, dass sich auch Privatpersonen strafbar machen, die Alkohol an Minderjährige weitergeben.

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