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Unwetter-Spenden für Jugendprojekte

Spiel- und Freizeitvergnügen für Kinder und Jugendliche: Geld, das ursprünglich für vom Unwetter 2005 betroffene KMU-Betriebe gespendet wurde, hat in Meiringen eine neue Bestimmung gefunden.

Bei der Übergabe (v.l.): Menk Blatter (Hasliberg), Hans Abplanalp (Guttannen), Annelise Zimmermann (Brienz) und Hans Jakob Walther (Meiringen)nahmen auf dem Spielplatz am Alpbach die Erinnerungsplakette von Geri Fischer (Mitte) entgegen.
Bei der Übergabe (v.l.): Menk Blatter (Hasliberg), Hans Abplanalp (Guttannen), Annelise Zimmermann (Brienz) und Hans Jakob Walther (Meiringen)nahmen auf dem Spielplatz am Alpbach die Erinnerungsplakette von Geri Fischer (Mitte) entgegen.
Anne-Marie Günter

Für die aktuellen Unwetteropfer in der Schweiz kann diese Geschichte tröstlich klingen. Die beiden KMU-Vereine Oberhasli und Brienz fanden nach den Unwettern von 2005 keine KMU-Betriebe, die finanzielle Unterstützung brauchten. Die Betroffenen waren gut versichert und bekamen auch Hilfe aus andern Quellen; in Brienz gabs zum Beispiel ein sehr gut dotiertes Spendenkonto für Direktbetroffene.

Die 57'000 Franken, welche nach einem Spendenaufruf der beiden Vereine für betroffene KMU-Betriebe einbezahlt worden waren, lagen auf der Raiffeisenbank brach. Wie also das Geld, das zum Teil anonym gespendet wurde, sinnvoll einsetzen? Es hat gut acht Jahre gedauert, bis ein Gremium, bestehend aus Geri Fischer, Werner von Bergen, Menk Blatter, Christoph Ammann, Willy Fuchs und Hans Abplanalp, es Ende 2013 schliesslich eingesetzt hat. Das Gremium hat sich entschieden, jeder der vier damals am stärksten betroffenen Gemeinden 14'000 Franken zukommen zu lassen, und zwar für ein Projekt, das vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht ist.

Spielen am Wasser

Die Gemeinde Meiringen hat das Geld für die Sanierung des Spielplatzes am Alpbach eingesetzt, eine bewaldete Oase zwischen zwei Bächen, die beide im Lauf der Geschichte Meiringen überschwemmt haben. Beinahe hätte das Wäldchen im Rahmen der Ortsplanungsrevision einer Skibus-Wendeschleife weichen müssen, der Plan wurde dann aber fallen gelassen. In Brienz wurde das Geld für die originellen interaktiven Wasserspiele am Quai beim «Bärenhafen» verwendet. Hasliberg setzte es zur Neumöblierung der Bistro-Plattform an seinem Badesee ein, nachdem aus Sicherheitsgründen auf einen Steg hatte verzichtet werden müssen. In Guttannen soll im Wander-Wald Weisstannen eine Brätelstelle entstehen.

Dank an Spender

«Wir danken den damaligen Spendern und wollen ihnen zeigen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird», sagte Gerhard Fischer, 2005 Präsident KMU Oberhasli, an einer kleinen Feier auf dem Spielplatz am Alpbach in Meiringen. Vier Plaketten werden an Ort und Stelle an die Spenden erinnern. Da in den vergangenen Tagen eine ähnliche Wettersituation vorlag wie im August 2005, war die Feier knapp neun Jahre später irgendwie aktuell. Hans Abplanalp, Gemeindepräsident von Guttannen, erinnerte sich an das bis zu den Stuhllehnen überschwemmte Kirchenschiff, Geri Fischer sprach von 550 Millionen Schäden an der öffentlichen Infrastruktur und 600 Millionen Franken, die seit 2005 in den Hochwasserschutz investiert wurden sind.

«Ob die Schutzbauten momentan Schlimmes verhütet haben oder nicht, bleibt offen; aber wir sind froh, dass wir sie haben», sagte der Meiringer Gemeinderat Dres Winterberger. Er erinnerte daran, dass auch damals wie jetzt arme Länder wie Rumänien und Bulgarien von schweren Überschwemmungen betroffen sind.

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