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Überfälle auf Bijouterien: Strafen zwischen 2,5 und 5,5 Jahren für fünf Russen

Das Regionalgericht Oberland in Thun hat am Freitag fünf Russen wegen Überfällen auf Bijouterien in Interlaken und Bern zu Gefängnisstrafen von 2,5 bis 5,5 Jahren verurteilt.

Das Urteil wird heute Freitag gefällt.
Das Urteil wird heute Freitag gefällt.
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Die fünf Männer im Alter von 26 bis 44 Jahren hatten vor zwei Jahren gemeinsam eine Bijouterie am Höhenweg in Interlaken überfallen und dabei Beute im Wert von 1,3 Millionen Franken gemacht. Doch sie wurden auf frischer Tat ertappt und festgenommen.

Einer von ihnen war bereits im Dezember 2007 an einem Raubüberfall auf dasselbe Luxusgeschäft beteiligt gewesen, ein anderer musste sich zusätzlich wegen eines Überfalls auf eine Bijouterie in Bern vom Herbst 2009 verantworten. Alle fünf befinden sich im vorzeitigen Strafvollzug und bleiben in Haft.

Beute im Wert von 3,7 Millionen Franken

Das fünfköpfige Gericht blieb mit seinen Strafen zwischen den Anträgen der Anklägerin und der Verteidigung. Die Staatsanwältin hatte auf qualifizierten Raub plädiert und Strafen von 5 bis 6,5 Jahren beantragt. Die Verteidigung beantragte Strafen zwischen 1,5 Jahren und 40 Monaten für einfachen Raub. Die Beute aus allen drei Überfällen hatte einen Wert von insgesamt 3,7 Millionen Franken.

Das Gericht erkannte auf einfachen Raub, gewichtete aber das Verschulden der Täter schwerer als die Verteidigung. Die Voraussetzungen für ein grausames oder gar lebensbedrohliches Vorgehen seien nicht gegeben, führte der Gerichtspräsident in seiner Urteilsbegründung aus.

Die mitgeführte und als Drohinstrument auch eingesetzte Pistole sei nicht schiesstüchtig gewesen, ebenso wurde mit einem Bajonett niemand verletzt. Als strafverschärfend wertete das Gericht den Umstand, dass die Pistole Angestellten an die Schläfe gehalten und sogar abgedrückt wurde. Die Aggressivität stieg bedrohlich an, als die Täter wegen neuer Sicherheitsvorkehren nicht alle Schlüssel ausgehändigt bekamen.

Täter als Werkzeuge

Die fünf Männer waren für die Taten alle in Viborg nahe an der russisch-finnischen Grenze angeworben worden. Das Gericht ging davon aus, dass sie von einer kriminellen Organisation für ihre Zwecke eingespannt wurden.

Nicht ihnen sei also ein bandenmässiges Vorgehen im juristischen Sinn anzulasten, sondern den nicht greifbaren Hintermännern. Die Motive für die Taten waren finanzieller Art, wie die Angeklagten einräumten. Sie haben alle familiäre Verpflichtungen.

Am härtesten angefasst wurden vom Gericht die beiden Männer, die nicht nur am Überfall von 2010 dabei waren, sondern bereits 2007 auch in Interlaken und 2009 in Bern.

Den Fahrer, der nur 2010 mitmachte und am eigentlichen Überfall im Laden nicht beteiligt war, befand das Gericht ebenfalls für schuldig. Er habe eine sehr wichtige Funktion und müsse deshalb in die Pläne eingeweiht gewesen sein. Das Gericht glaubte ihm nicht, dass er davon nichts gewusst habe.

Trotz der etwas höher als beantragt ausgefallenen Strafen wird die Verteidigung wahrscheinlich nicht appellieren. Dies erklärten auf Anfrage unmittelbar nach dem Urteil zwei der fünf Verteidiger.

SDA/tan

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