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Thun: Schwarzarbeit bei Pestalozzi-Schulhaus?

Am Donnerstag hat die Kantonspolizei sechzig Arbeiter auf der Baustelle des Thuner Pestalozzi-Schulhauses kontrolliert. Vier werden nun wegen Schwarzarbeit verzeigt.

Am 26.Februar 2015 hatte die Polizei eine gross angelegte Kontrolle auf der Pestalozzi-Baustelle durchgeführt. Gegen vier Männer aus Serbien und Mazedonien wurde  ein Verfahren wegen nicht bewilligter Erwerbstätigkeit eröffnet.
Am 26.Februar 2015 hatte die Polizei eine gross angelegte Kontrolle auf der Pestalozzi-Baustelle durchgeführt. Gegen vier Männer aus Serbien und Mazedonien wurde ein Verfahren wegen nicht bewilligter Erwerbstätigkeit eröffnet.
Patric Spahni
Nun sucht die Stadt eine Gipserfirma, die einspringen kann (19. März 2015).
Nun sucht die Stadt eine Gipserfirma, die einspringen kann (19. März 2015).
Patric Spahni
Ab kommender Woche sollen gemäss Angaben der Stadt Thun die keramischen Plattenarbeiten beginnen.
Ab kommender Woche sollen gemäss Angaben der Stadt Thun die keramischen Plattenarbeiten beginnen.
Markus Hubacher
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Die Drähte liefen gestern den ganzen Tag über heiss. Recherchen dieser Zeitung führten schliesslich dazu, dass die Kantonspolizei abends um 18 Uhr ein Communiqué an alle Medien versandte, das es in sich hat.

«Es ist eine unschöne Geschichte», meinte denn auch ein ziemlich konsternierter Konrad Hädener. Der Thuner CVP-Gemeinderat, der erst seit Anfang Jahr im Amt ist und auf diesen Termin hin die Baudirektion von seinem Vorgänger Roman Gimmel übernommen hatte, hielt sich aber sonst mit Kommentaren zurück. Zu frisch war die Information, welcher er zeitgleich mit den Medien erhalten hatte.

Fünf Männer abgeführt

Was war geschehen? Bereits am frühen Morgen war die Kantonspolizei auf der Baustelle des Pestalozzi-Schulhauses aufgefahren und hatte insgesamt sechzig Arbeiter im Beisein der Arbeitsmarktkontrolle genauer unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich schnell einmal, dass nicht alles mit rechten Dingen zugegangen war: Fünf Männer wurden in der Folge für nähere Abklärungen auf die Polizeiwache mitgenommen.

Während einer rasch einmal entlassen wurde, konkretisierten sich offenbar die Hinweise wegen Schwarzarbeit gegen die vier anderen Arbeiter, welche aus Mazedonien und Serbien stammen. Ganz konkret geht es dabei um die Ausübung einer nicht bewilligten Erwerbstätigkeit sowie um einen Stellenantritt ohne Bewilligung (siehe Kasten). Ausserdem seien ausländerrechtliche Schritte eingeleitet worden, teilten die regionale Staatsanwaltschaft Oberland und die Kantonspolizei in ihrem Communiqué weiter mit.

«Wir werden informieren»

«Wir haben alles Erdenkliche getan, um solche Fälle zu verhindern», meinte Konrad Hädener schliesslich nach der ersten Lektüre des Polizeicommuniqués und verwehrt sich dagegen, dass eine städtische Stelle versagt habe.

So achte die Stadt bei der Auswahl der Firmen darauf, dass sich diese ihrer Pflichten bewusst seien. So müssten die Firmen bei der Arbeitsvergabe per Selbstdeklaration schriftlich bestätigen, dass sie sich an die arbeitsrechtlichen Vorschriften halten würden. Darüber hinaus bestehe eine vertraglich vereinbarte Bewilligungspflicht für den Einsatz von Subunternehmen. Das Verständnis dieser Bestimmungen werden mündlich nachkontrolliert und protokolliert.

«Wenn sich eine dieser Firmen etwas hat zuschulden kommen lassen, dann hat sie nicht nur ein Problem vor dem Gesetz, sondern auch mit uns», so Hädener. «Und das wird Konsequenzen haben.» Der CVP-Gemeinderat verspricht denn auch, dass die Stadt aktiv über den Fall informieren werde, wenn die Faktenlage klar und gesichert sei. Denn: «Wir haben kein Interesse daran, die Sache unter dem Deckel zu behalten. Auch wenn uns diese Schlagzeilen nicht gefallen.»

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