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Thun präsentiert ausgeglichenes Budget

Die Stadt Thun kann für 2010 ein ausgeglichenes Budget präsentieren, dies bei einer gleichbleibenden Steueranlage. Für die kommenden Jahre sieht der Gemeinderat jedoch schwarz und rechnet mit Millionendefiziten.

Herbststimmung auf der  Lachenwiese, wo ein Hotel entstehen soll: Der Verkauf des Geländes spült 4,2 Millionen Franken in die Stadtkasse und sorgt damit nächstes Jahr für ein Zwischenhoch bei den Thuner Finanzen.
Herbststimmung auf der Lachenwiese, wo ein Hotel entstehen soll: Der Verkauf des Geländes spült 4,2 Millionen Franken in die Stadtkasse und sorgt damit nächstes Jahr für ein Zwischenhoch bei den Thuner Finanzen.
Patric Spahni

«Für 2010 können wir mit einem Zwischenhoch rechnen, danach ziehen aber düstere Wolken auf», verdeutlichte Stadtpräsident und Finanzvorsteher Hansueli von Allmen (SP) das Budget fürs nächste Jahr. Konkret heisst das: Bei einem Umsatz von 268 Millionen Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 200'000 Franken. Starken Einfluss auf das positive Ergebnis hat jedoch der Verkauf der Lachenwiese, der 4,2 Millionen Franken einbringen soll. Der Cashflow beträgt 16,8 Millionen Franken. Zum Vergleich: Für dieses Jahr ist ein Minus von 800'000 Franken budgetiert, vor zwei Jahren waren es sogar 2,5 Millionen Franken. Die Rechnung für 2008 fiel dann aber um rund 7 Millionen Franken besser aus. Das Eigenkapital konnte damit auf rund 9 Millionen Franken aufgestockt werden.

Doch von Allmen warnte vor zuviel Optimismus. Für die Jahre 2011 bis 2013 wird mit Defiziten von jährlich 4 bis 4,7 Millionen Franken gerechnet. Einer der Gründe: In den letzten Jahren wurden durch Liegenschaftsverkäufe immer wieder ausserordentliche Erträge erzielt. Diese versiegen in den nächsten Jahren. «Der finanzielle Handlungsspielraum nimmt ab und die Verschuldung steigt damit an», sagte von Allmen. Allerdings hänge viel von der Wirtschaftsentwicklung ab. Trotzdem sei für 2011 mit weiteren Sparmassnahmen zu rechnen.

102 Millionen an Steuern

Fürs nächste Jahr geht die Stadt bei unveränderter Steueranlage von 1,74 Einheiten von höheren Steuererträgen aus. Budgetiert sind 102,2 Millionen Franken, 3,9 Millionen mehr als für das laufende Jahr. Der grösste Teil der Steuern stammt mit 83,8 Millionen von natürlichen Personen, nur 8,8 Millionen Franken von juristischen Personen (Firmen). «Damit haben wir konstantere Verhältnisse als andere Städte, die stärker von den Unternehmenssteuern abhängig sind», verdeutlichte Finanzverwalter Daniel Wegmüller. Bereits im Budget berücksichtigt sind Ausfälle von 3,6 Millionen Franken durch die kantonale Steuergesetzrevision, die nächstes Jahr in Kraft tritt.

Der grösste Teil der Steuern fliesst jedoch gleich in den Lastenausgleich des Kantons weiter. Die Beiträge für die Bereiche Sozialhilfe, Ergänzungsleistungen, öffentlicher Verkehr, Lehrerlöhne und neu Familienzulagen steigen um 1,4 auf 46,3 Millionen Franken. Zum Vergleich: 2002 betrugen die Zahlungen noch 33 Millionen Franken, für 2013 wird mit 51,5 Millionen Franken gerechnet. «Damit öffnet sich die Schere zwischen Steuereinnahmen und Kantonszahlungen immer mehr», betonte Wegmüller.

Mehr Geld vom Kanton?

Deshalb möchte die Stadt Thun beim neuen Finanz- und Lastenausgleich (Filag) eine höhere Abgeltung erhalten. Doch vorgesehen sind bisher laut Hansueli von Allmen «nur» 1,3 Millionen Franken. «Das ist bescheiden, wir hatten uns mehr erhofft.» Deshalb will der Gemeinderat nochmals beim Regierungsrat vorstellig werden.

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