SVP brilliert, auch SP und Frauen siegen. BDP floppt

Thun

Mathias Kohler von der BDP muss seinen Sitz im grossen Rat räumen. Stattdessen schickt die SVP einen Mann mehr nach Bern. Der neue 17.Sitz im Wahlkreis Thun geht an die SP-Frauen.

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Marco Zysset@zyssetli

Die heisseste Frage vor den Kantonswahlen im Wahlkreis Thun war, an wen der neue 17. Sitz gehen würde. Jetzt ist klar: Mit einer minimen Steigerung des Wähleranteils von 17,9 auf knapp 18,2 Prozent ist die SP glückliche Gewinnerin – und mit ihr die Frauen. Mit der Thuner Gemeinderätin Marianne Dumermuth und ihrer Burgisteiner Amts-Genossin Regina Fuhrer-Wyss ziehen neben den beiden Bisherigen Patric Bhend (Steffisburg) und Peter Siegenthaler (Thun) gleich zwei SP-Frauen neu ins Kantonsparlament ein. Der Rücktritt des Polit-Urgesteins Andreas Blaser ist für die Sozialdemokraten damit mehr als kompensiert.

SVP und Lanz glänzen

Brilliert hat die SVP: Die Abgänge von Elisabeth Schwarz-Sommer aus Steffisburg und Carlo Kilchherr aus Thun wurden mit den Neuwahlen der Sigriswiler Gemeindepräsidentin Madeleine Amstutz sowie des Thuner Stapi Raphael Lanz problemlos kompensiert. Mit Lanz hat die Region gar einen neuen Polit-Star: Mit 8800 Stimmen gelang ihm aus dem Stand ein Glanzresultat. Er überflügelte Polit-Urgestein Samuel Graber um fast 2000 Stimmen. Auch bei den Grossratswahlen 2010 konnte im Wahlkreis Thun niemand auch nur annähernd soviele Stimmen auf sich vereinen. Der SVP-Erfolg wird perfekt mit der Neuwahl des Unterlagenegger Gemeinderates Samuel Krähenbühl. Zusammen mit den Bisherigen Samuel Graber und Ueli Jost schickt die SVP damit künftig ganze 6 Vertreter nach Bern. Ihren Wähleranteil konnte die Partei von 28,6 auf historische 33,8 Prozent steigern.

BDP verliert einen Sitz

Das Wachstum der SVP geht auch im Wahlkreis Thun auf Kosten der BDP. Diese büsste ganze 4,4 Prozent oder knapp ein Drittel ihres Wähleranteils ein. Mit gut 10 Prozent schickt die Partei in der nächsten Legislatur mit Ueli Frutiger nur noch einen Mann nach Bern. Unternehmer Mathias Kohler wurde abgewählt – wenn auch nur knapp.

Die Grünen mit Andrea De Meuron (Thun) und die FDP mit Carlos Reinhard (Thun) schafften es ebenfalls, die Abgänge gewichtiger Bisheriger Vertreter zu ersetzen. Marc Jost und Hans Kipfer (EVP), Alfred Schneiter (ED) sowie Hannes Zaugg (GLP) schafften die Wiederwahl problemlos; wobei Letzterer mit seinem Partei-Wechsel von der SP zur GLP dieser einen frappanten Zuwachs von 1,5 auf 6,2 Prozent Wähleranteil bescherte.

Gewählt sind: SVP Land: Samuel Graber, bisher, 6996. Jürg Iseli, bisher, 6257. Madeleine Amstutz, neu, 5918. Samuel Krähenbühl, neu, 4835. SVP Stadt: Ueli Jost, bisher, 6332. Raphael Lanz, neu, 8800. SP Frauen: Regina Fuhrer-Wyss, neu, 3274. Marianne Dumermuth, neu, 2652. SP Männer: Patric Bhend, bisher, 4212. Peter Siegenthaler, bisher, 3921. EVP-Z: Marc Jost, bisher, 6027. Hans Kipfer, bisher, 3491. GLP: Hannes Zaugg, bisher, 3586. EDU: Alfred Schneiter, bisher, 2397. BDP: Ueli Frutiger, bisher, 3563. Grüne: Andrea De Meuron, neu, 3070. FDP: Carlos Reinhard, neu, 2513.

Thuner Tagblatt

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