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Steiner fordert Gerichtstermin

Die Molkerei Gstaad lieferte Berg- statt Alpkäse aus. Seit März 2007 wird ermittelt. Nun rügt Hans-Ruedi Steiner, Präsident der Molkerei Gstaad, die Untersuchungsdauer. Er will den Gerichtstermin und die genauen Vorwürfe wissen.

Hans-Ruedi Steiner ist empört. «Mit dreissig Leuten fuhren die Untersuchungsbehörden am 5. Juni 2007 im Saanenland auf und führten wegen der Käseaffäre vier Hausdurchsuchungen durch. Doch erst nach der Intervention unseres Anwaltes – es war am vergangenen 5. August – ging in dieser Sache wieder etwas. Ich wurde damals befragt. Seither haben wir nichts mehr vernommen. Mich erstaunt die Langsamkeit der Untersuchungen sehr.» Der Präsident der Milchgenossenschaft Gstaad meint «mit dieser Sache» die Ermittlungen rund um eine Käselieferung der Molkerei Gstaad. Der frühere Geschäftsführer der Molkerei Gstaad, Hanspeter Reust, soll der Migros Aare im Jahr 2006 absichtlich acht Tonnen Berg- statt Alpkäse geliefert haben. Nach einigem Zögern nahm er auf Druck der Molkereiverantwortlichen den Hut.

Gerichtstermin fehlt

«Immer mehr Genossenschaftsmitglieder fragen, wann endlich Licht in die ganze Angelegenheit kommt», so Steiner. Er verstehe die Bauern. Nun wolle man endlich den Gerichtstermin und die detaillierten Inhalte der Vorwürfe an den ehemaligen Geschäftsführer wissen, fordert der Gstaader von Untersuchungsrichterin Meret Aebi. «Wenn erklärt wird, dass die Sexaffäre des FC Thun Vorrang hatte, ist dies für uns kein Trost. Eineinhalb Jahre nach Untersuchungsbeginn wollen wir entscheiden können, ob wir auch Zivilklage einreichen müssen oder wollen», ärgert sich Steiner Die Käseaffäre müsse nun aufgearbeitet und irgendeinmal definitiv abgeschlossen werden können. «Jetzt lassen wir uns nicht mehr vertrösten. Wir wollen einen Terminplan sehen», so der Präsident der Molkereigenossenschaft Gstaad.

Die Vorwürfe

Dass der Vorstand und die Mitglieder der Molkerei Gstaad auf genaue Informationen pochen, scheint verständlich. Denn gegen den ehemaligen Gstaader Molkereileiter stehen mehrere Vorwürfe im Raum. Die Käsefalschlieferung ist nur ein Teil davon. Zudem besteht der Verdacht auf Urkundenfälschung, unkorrekte Mehrwertsteuer-Abrechnungen und Zahlungen auf das Privatkonto von Hanspeter Reust. Dorthin (an Stelle des Geschäftskontos der Molkerei Gstaad) sollen rund eine halbe Million Franken und eine Versicherungsleistung von 100000 Franken geflossen sein. Was sagt Steiner dazu? «Dazu äussere ich mich nicht. Ich wiederhole: Wir wollen von der Untersuchungsrichterin nun Details und den Gerichtstermin», so Steiner.

Ferien und Arbeit

Gemäss dem Untersuchungsrichteramt in Thun arbeitet Untersuchungsrichterin Meret Aebi inzwischen in Bern. Sie betreut den Fall «Molkerei Gstaad» von dort aus. Auf die Vorwürfe aus Gstaad konnte sie gestern nicht antworten; sie weilt zurzeit in den Ferien. Nicht in den Ferien, sondern an der Arbeit im chinesischen Shanghai weilt Hanspeter Reust. Auf telefonische Anfrage meinte der ehemalige Gstaader Molkereileiter gestern: «Zur Käsegeschichte will ich mich nicht äussern. Aber selbstverständlich bin ich froh, wenn die Sache erledigt ist – wie alles im Leben, das abgeschlossen werden muss.» Er tue in China nichts anderes als in Gstaad: «Ich arbeite mit chinesischen Bauern zusammen. Was ich hier erlebe, ist genial.» All dies erlebe er nun dank jenen Leuten, welche die Käseaffäre ins Rollen gebracht hätten: «Ihnen allen bin ich sehr dankbar», so Reust.

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