Stadtrat befindet über Millionenkredit

Thun

Auf April 2014 soll das Beschäftigungsprogramm «Einsatzzentrale Allmendingen» an die Industriestrasse 5 ziehen. Damit die dortige Halle umgebaut werden kann, muss der Stadtrat einen Kredit über 1,1 Millionen Franken sprechen.

Hier in diesem Hallenteil an der Industriestrasse 5 will die Stadt Thun ab kommendem April eine Schlosserei, eine Schreinerei und eine Malerei einrichten und damit Arbeitsplätze für Sozialhilfebezüger schaffen.

Hier in diesem Hallenteil an der Industriestrasse 5 will die Stadt Thun ab kommendem April eine Schlosserei, eine Schreinerei und eine Malerei einrichten und damit Arbeitsplätze für Sozialhilfebezüger schaffen.

(Bild: Patric Spahni)

Ursprünglich plante die Stadt Thun die Zusammenführung all ihrer fünf Beschäftigungs- und Integrationsprogramme (siehe Kasten) an einem zentralen Ort. Doch diese Pläne zerschlugen sich mangels fehlender Räumlichkeiten. Selbst Anfragen bei diversen Immobilienfirmen und beim Bund war kein Erfolg beschieden.

Mit der Möglichkeit, eine Halle an der Industriestrasse 5 gleich gegenüber des Tiefbauamts zu mieten, ergab sich aber für die Stadt Thun die Chance, vorerst die «Einsatzzentrale Allmendingen» und das Lager «Birkenwäldli», das sich auf dem Areal der Schadaugärtnerei befindet, zusammenzuführen. Dies vor allem auch, weil das Programm nach der Kündigung des Standorts in Allmendingen seit dem Mai dieses Jahres vorübergehend in einer Ruag-Halle an der Allmendstrasse 66 untergebracht ist.

Auf April 2014 in Betrieb

An dem neuen Standort sollen schliesslich 60 Personen in einer Schreinerei, einer Schlosserei sowie einer Malerei ab April 2014 beschäftigt werden. Dank einer separaten Garderobe können künftig auch Frauen in das handwerklich ausgerichtete Programm aufgenommen werden. «Mein Ziel ist es nach wie vor, alle Beschäftigungsprogramme an der Industriestrasse zu zentralisieren», erklärte der politisch Verantwortliche, der Thuner Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP), auf Anfrage. «Ich erhoffe mir mehr Synergien und eine grössere Durchlässigkeit, aber auch Vorteile für die Programmleiter, welche einen besseren Überblick über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten und diese künftig polyvalent einsetzen können.»

Es bestehe auch die Option, die bestehenden Angebote am neuen Standort auszubauen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Drei Handwerksbetriebe

Die Halle mit ihren markanten Kuppeln an der Industriestrasse 5 besteht aus zwei zusammengebauten Teilen und wurde in den Jahren 1958 und 1963 erstellt. Sie diente damals der Kunststofffabrik Eschmann AG als Produktionsstandort. In den vergangenen Jahren waren dort die Touring-Garage AG mit einer Citroën-Vertretung sowie ein Lager der Firma Meyer Burger AG untergebracht. Im Hallenteil, welchen die Stadt seit dem Juli gemietet hat, planen die Verantwortlichen den Einbau der drei erwähnten Handwerksbetriebe sowie der dazu nötigen Büroarbeitsplätze und eines Aufenthaltsraums. Die Vermieterin, die Alcasar AG, realisiert zudem die Sanitäranlagen.

Das entsprechende Baugesuch hat die Stadt bereits im Juni eingereicht, die Arbeiten sollen ab November dieses Jahres starten. Weitere kleinere Arbeiten will die Einsatzzentrale zu einem späteren Zeitpunkt selber realisieren. Maschinen und Mobiliar werden von den bestehenden Standorten an die Industriestrasse gezügelt.

Baukosten von 1,1 Millionen

Insgesamt rechnet die Stadt mit Baukosten in der Höhe von 1,1 Millionen Franken. Hier sind auch die Materialkosten für die Eigenleistungen mit inbegriffen. Über einen entsprechenden Verpflichtungskredit befindet der Stadtrat an seiner Sitzung vom 22.August.

Zu den Baukosten kommen jährlich wiederkehrende Ausgaben in der Höhe von 256'000 Franken für die Miete hinzu, über welche der Stadtrat ebenfalls zu befinden hat. Diese Kosten werden allerdings vollständig durch die Entschädigung des Kantons gedeckt (siehe Kasten). Schliesslich muss der Stadtrat auch noch einen Nachkredit in der Höhe von 146'841 Franken genehmigen, weil während der Umbauarbeiten doppelte Mietkosten anfallen.

Wie der Gemeinderat in der Stadtratsbotschaft schreibt, werde der Steuerhaushalt der Stadt durch das Projekt aber nicht belastet. So seien im Investitionsplan 2014–2017 bereits 1,2 Millionen Franken für den Umbau vorgesehen. Die Kosten werden über einen bestehenden Fonds abgeschrieben.

Thuner Tagblatt

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