Stadtmensch Ursula Beyeler eröffnet Gurnigelbad wieder

Gurnigelbad

Ab Anfang Mai ist der Berggasthof Gurnigelbad wieder geöffnet. Neue Pächterin ist Ursula Beyeler – die erfahrene Gastronomin freut sich auf ihr neues grosses Abenteuer.

Ursula Beyeler vor dem Gurnigelbad: Ab Mai heisst die neue Pächterin hier wieder gäste willkommen.

Ursula Beyeler vor dem Gurnigelbad: Ab Mai heisst die neue Pächterin hier wieder gäste willkommen.

(Bild: Urs Baumann)

Anna Tschannen

Über den Parkplatz beim Gurnigelbad kommt eine Frau daher. Sie erkundigt sich, ob das Restaurant wieder aufgehe. Ursula Beyeler nickt: «Ab Anfang Mai ist wieder offen.» «Das freut mich», sagt die Frau, steigt in ihr Auto und fährt talwärts.

Solche Begegnungen habe sie in letzter Zeit häufiger, sagt Ursula Beyeler. Anfang Februar hat sie die Pacht des Berggasthofs Gurnigelbad übernommen, seit ein paar Wochen wohnt sie in der Wohnung im Dach des ehrwürdigen Hauses. Die Passanten bemerkten, dass sich etwas tue, auch habe sie bereits Reservationen erhalten für den Mai.

Beyelers Vorgänger Hansruedi «HB» Binggeli musste im Spätherbst aus gesundheitlichen Gründen aufhören und den Betrieb schliessen. Davon wusste Ursula Beyeler nichts, als sie bei Eigentümer Roger Lerf anfragte, ob er jemanden wie sie für seine Pläne mit den Schwefelquellen brauchen könnte. Sie war zu dieser Zeit temporäre Geschäftsführerin in der Stadtberner Pizzeria La Vigna, die Ende Jahr ihre Türen schloss, und auf der Suche nach einem Job danach. «Da fragte er mich, ob ich das Gurnigelbad nicht gleich pachten wolle, er sei auf der Suche nach jemandem», erinnert sich Beyeler. Schnell einigten sich Eigentümer und künftige Pächterin.

Die Stadtfrau auf dem Land

Es ist das erste Restaurant, das die 46-jährige Ursula Beyeler alleine übernimmt. Allerdings schaut sie auf 30 Jahre Gastroerfahrung zurück, mit diversen Stationen in Stadtberner Restaurants nach der Hotelfachlehre seinerzeit im Bären Ostermundigen. Durch ihren Bruder, der sich seit Jahren beim Gurnigel-Bergrennen engagiert, kam sie ab und zu ins Gurnigelbad, langsam baute sie einen Bezug dazu auf.

Klar sei sie bisher eher ein Stadtmensch gewesen, doch sie geniesse die Ruhe und die Abgeschiedenheit des Berggasthofes: «Das Abendrot ist fantastisch hier oben», schwärmt Beyeler. Gleichzeitig freut sie sich darauf, wenn wieder mehr Betriebsamkeit und Leben einkehrt: «Ich brauche die Menschen rund um mich herum genauso.»

Kleine Karte, mittlere Preise

Für den Anfang hat Ursula Beyeler ihre Ambitionen für den grossen Betrieb nicht allzu hoch gesteckt. Die Speisekarte werde eher klein, mit Fokus auf einheimischen Gerichten: «Käseschnitte und Schnitzel dürfen nicht fehlen.» Die Preise werden im mittleren Segment liegen, die Produkte sollen aus der Region kommen. «Mein Ziel ist, dass alle, Einheimische und Ausflügler, zufrieden von hier weggehen und gerne wiederkommen», erklärt Beyeler. Den allwöchentlichen Töfftreff will sie beibehalten und im Sommer sind schon einige Anlässe angedacht. Die neue Pächterin mag allerdings noch nicht ins Detail gehen.

Mittelfristig hat sie eine Menge Ideen, was sie mit dem Gurnigelbad anstellen will: Weindegustationen etwa, Ursula Beyelers Fachgebiet und Leidenschaft. Und auch die rustikale Gaststube soll mit modernen Gemälden des Bieler Künstlers Marcel Neuenschwander ein wenig aufgefrischt werden.

Angst vor dem Scheitern hat sie nicht: «Ich habe genug Erfahrung und weiss, dass man nicht reich wird im Gastgewerbe. Aber ich freue mich darauf, in dieser wunderschönen Gegend etwas aufzubauen.»

www.gurnigelbad.ch

Thuner Tagblatt

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