Spil-Lüt vereienen Theater und Zirkus

Steffisburg

Sechs Jahre nach der letzten Freilichtaufführung laden die Stäffisburger Spil-Lüt wieder in den Park der Villa Schüpbach. Zwischen Anfang Juli und Mitte August wird «Katharina Knie» gezeigt.

Freilichttheater "Katharina Knie" der Stäffisburger Spil-Lüt: (v.l.) Die beiden Hauptdarsteller Daniel Niedermann und Katharina Amrein posieren mit der Projektleitung um Fred Blum, Markus Peter und Peter E. Wüthrich vor dem Spielort Villa Schüpbach. Vorne kniend: Margrit Dähler, Elisabeth Stadler und Susanne Brügger von der Projektleitung.

Freilichttheater "Katharina Knie" der Stäffisburger Spil-Lüt: (v.l.) Die beiden Hauptdarsteller Daniel Niedermann und Katharina Amrein posieren mit der Projektleitung um Fred Blum, Markus Peter und Peter E. Wüthrich vor dem Spielort Villa Schüpbach. Vorne kniend: Margrit Dähler, Elisabeth Stadler und Susanne Brügger von der Projektleitung.

(Bild: Patric Mani)

«Ein Freilichttheater lebt heutzutage nicht zuletzt von der Ambiance.» Alfred Blum weiss, wovon er spricht. Der Kassier und Laiendarsteller der Stäffisburger Spil-Lüt gehört seit der Vereinsgründung im Jahr 1984 zur Theatergruppe. Heuer feiern die Spil-Lüt ihr 30-jähriges Bestehen – Grund genug, wieder einmal mit der etwas grösseren Kelle anzurichten. Sechs Jahre nach dem Stück «Hinter den sieben Gleisen» wagt sich das Ensemble im Sommer 2014 an die nächste Freilichtaufführung, die fünfte insgesamt.

Tiefgründig und doch lustig

An der nötigen Ambiance wird es im Park der Villa Schüpbach, wo bereits das letzte Freilichttheater gezeigt wurde, kaum mangeln. Und auch das ausgewählte Stück verspricht – im wahrsten Sinn des Wortes – magische Momente: Die Spil-Lüt haben sich für «Katharina Knie» von Carl Zuckmayer entschieden.

Die Geschichte spielt in den 1920er-Jahren im Wanderzirkus von Karl Knie. «In der bunten, schillernden Welt von Akrobatik und Clownerie beginnt sich ein Familiendrama abzuzeichnen», heisst es im Stückbeschrieb. In einer politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeit entscheidet sich nämlich Knies begabte Tochter Katharina für ihren eigenen Lebensentwurf, der kein vagabundierendes Artistenleben vorsieht, sondern das beschauliche Bild der Frau eines Landwirtes.

Müssen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer also eher auf ein trauriges Theaterstück einstellen? «Das kann man so nicht sagen. Es ist sicher eine tiefgründige Geschichte, aber sie enthält auch lustige Elemente», erklärt Margrit Dähler. Sie gehört wie Alfred Blum zur sechsköpfigen Projektleitung.

Gleicher Regisseur wie 2008

Für die Hauptrolle konnten die Spil-Lüt, die auf eigene und «auswärtige» Darsteller setzen, Katharina Amrein gewinnen. «Sie ist einerseits Theaterpädagogin, war aber auch bereits mit dem Zirkus Harlekin unterwegs», sagt Blum. «Sie passt also ideal zu diesem Stück.» Als Regisseur engagierten die Stäffisburger Spil-Lüt wiederum Peter E.Wüthrich, der schon bei «Hinter den sieben Gleisen» für die Inszenierung verantwortlich zeichnete. «Wir waren sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, daher haben wir ihn wieder angefragt», hält Blum fest. Für die Gastronomie wiederum beauftragte der Theaterverein die Stiftung Transfair.

Um die Zirkusatmosphäre noch zu verstärken, sollen jeweils vor und nach der Vorstellung Jongleure, Clowns oder Zauberer auf dem Gelände ihre Kunststücke präsentieren. Hierfür suchen die Stäffisburger Spil-Lüt interessierte Artisten, die an einzelnen oder mehreren Aufführungstagen auftreten möchten.

22 Vorstellungen geplant

Premiere feiern wird «Katharina Knie» am Mittwoch, 9.Juli. Bis und mit 16.August sind 22 Vorstellungen vorgesehen. Der Vorverkauf startet am 22.April (vgl. Hinweis am Textende). Pro Aufführung hat es auf der Tribüne Platz für 280 Personen. Alfred Blum spricht von einem «ambitionierten Projekt», hat aber auch ein klares Ziel vor Augen: «Wir wollen dem Publikum, das sich schon lange nach einer neuen Freilichtaufführung erkundigt hat, ein tolles Erlebnis bieten.»

Thuner Tagblatt

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