See beim Plaine Morte-Gletscher droht auszulaufen

Lenk

Der Favergesee auf dem Plaine-Morte-Gletscher hat sich vollgestaut. Er könnte in den nächsten Wochen ausbrechen.

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«Der Pegel des Favergesee nähert sich langsam dem Höchststand aus dem letzten Jahr»: Dies vermeldet die Einwohnergemeinde Lenk in ihrer gestrigen Medienmitteilung. Es muss damit gerechnet werden, dass sich der ganz im Südosten des auf 2700 Metern über Meer gelegenen Plateaugletschers zwischen der Lenk und Crans-Montana gelegene Gletschersee plötzlich spontan entleert.

Zum letzten Mal geschah dies Anfang August des letzten Jahres, als der See nach Erreichen des Rekordvolumens von zwei Millionen Kubikmetern Wasser mit 20 Kubikmetern pro Sekunde ins Berner Oberland auslief. 20 Kubikmeter pro Sekunde – das sind im Vergleich rund hundert Badewannen – flossen damals durch den Trüebbach in die Simme.

Strubel und Vatseret fast leer

Nebst dem Favergesee werden auf dem Gletscher auch der Vatseretsee unterhalb des Plaine-Morte-Gipfels und der Strubelsee am Wildstrubel während der Sommermonate laufend überwacht. Letztere beiden haben im Moment jedoch kein nennenswertes Volumen, wie Gemeindepräsident Christian von Känel auf Anfrage berichtet.

Um nicht von einem allfälligen Ausbruch eines der drei Gletscherseen überrascht zu werden, installieren die Gemeindeverantwortlichen seit vier Jahren während des Sommers Überwachungsanlagen: Kameras, Pegelmessung und Alarmanlage ermöglichen so dem Gemeindeführungsorgan der Lenk, sich jederzeit von der Situation auf dem Plaine-Morte-Gletscher ein Bild zu machen.

«Auf eigene Gefahr»

Bei entsprechenden Feststellungen kann die Kerngruppe vorsorglich diverse Wanderwege und Brücken im Gefahrengebiet sperren. Die Einwohnergemeinde weist darauf hin, dass die Wassermassen sehr schnell ansteigen und somit die Sicherheit nicht gewährleistet werden könne. «Das Begehen der gesperrten Wege geschieht auf eigene Gefahr. Wir bitten die Bevölkerung dringend, die Hinweise zu beachten.

bpm/pd

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