Schweiz Tourismus lässt lokale Destinationen im Stich

Oberland

Schweiz Tourismus überrascht mit dem Rückzug des hauseigenen Internetsystems. Im Berner Oberland sind zwei Destinationen davon betroffen.

Muss künftig neue Internetwege gehen: Interlaken Tourismus.

Muss künftig neue Internetwege gehen: Interlaken Tourismus.

(Bild: Bruno Petroni)

Bruno Petroni

70 Tourismusorganisationen müssen sich nach einer neuen Lösung umsehen, nachdem Schweiz Tourismus verkündet hat, das bisherige Pixeltex-System nicht mehr anzubieten.

«Wir haben davon letzte Woche in einem Schreiben von Schweiz Tourismus erfahren. Das Ganze ist durchaus brisant, denn das System war sehr vielen Destinationen ein hilfreiches Instrument», sagt Stefan Otz, Direktor der direkt betroffenen Interlakner Tourismusorganisation (TOI). Und: «Wir haben jetzt drei Jahre Zeit, ein neues System anzuschaffen. Wir hoffen, bis dahin mit Schweiz Tourismus auch aktuell die neuen Webauftritte für das Unspunnenfest und Ice Magic mit dem bestehenden System noch betreiben zu können, wie uns das vonseiten Schweiz Tourismus versprochen worden ist.»

Gelegenheit zum Wechsel

Auch Haslital Tourismus unterhält mithilfe des Pixeltex-Systems eine Partnerwebsite mit Schweiz Tourismus. «Überhaupt arbeiten wir intensiv mit Schweiz Tourismus zusammen», so Direktor Nils Glatthard. Die Oberhasler tragen den Rückzug von Pixeltex mit Fassung. Glatthard: «Eigentlich planten wir im Verlaufe des Jahres eh eine Neulancierung unseres Internetauftritts. Wir werden die Gelegenheit nutzen, bei uns gleich das gleiche System einzuführen, welches bereits von unseren Partnern Jungfrauregion und Bergbahnen Meiringen-Hasliberg angewendet wird.»

Nicht betroffen vom Pixeltex-Rückzug sind die Tourismusdestinatonen Kandertal, Diemtigtal und Gstaad Saanenland. «Wir arbeiten mit einem autonomen System. Früher pflegten wir mal eine Partnerwebsite mit Schweiz Tourismus, das ist aber schon längere Zeit her», sagt Kerstin Sonnekalb, Marketingleiterin von Gstaad Saanenland Tourismus.

Im gesetzlichen Graubereich?

Wie der «Bund» in der Dienstagausgabe berichtete, unterhielt ein IT-Abteilungsleiter von Schweiz Tourismus enge Verbindungen zur deutschen Lieferantenfirma Pixeltex, die er später dann sogar selber übernahm.

Pixeltex machte sich in der Folge für Schweiz Tourismus rasch mal unverzichtbar und erhielt ein durchschnittliches jährliches Auftragsvolumen von einer Million Franken. Jetzt wird der Fall mit Verdacht auf sogenannte Kumpanei von der Eidgenössischen Finanzkontrolle untersucht. Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid beteuert indes, dass zwischen dem Pixeltex-Rückzug und den offenen Fragen rund um die Geschäftsbeziehung zu Pixeltex kein Zusammenhang bestehe.

Berner Oberländer

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