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SBB schützt Bahnhof vor Tauben

In Thun gibt es zu viele Tauben. Die SBB lässt diese Woche am Bahnhofhauptgebäude Spanndrähte und Spikes als Schutz vor den Tieren errichten. Das Hauptproblem liegt laut der Stadt bei den «unbelehrbaren Tierfütterern».

Auf dem Dach des Bahnhofs Thun wird eine Taubenvergrämung gebaut, hier durch Denis Köhn, welche das Absitzen der Tauben verhindert.
Auf dem Dach des Bahnhofs Thun wird eine Taubenvergrämung gebaut, hier durch Denis Köhn, welche das Absitzen der Tauben verhindert.
Patric Spahni

Am Bahnhofgebäude Thun wird morgen der Taubenschutz fertig gestellt. Diesen Montag begannen die Bauarbeiten am Gebäude. Konkret werden die Dachrinnen an der Frontseite und rechts gegenüber dem Kiosk neben der Velostation mit feinen Spanndrähten versehen. Die Vorrichtung soll die vielen Tauben vergrämen. «Die federnden, mechanisch gespannten Drähte stossen die Tauben von der Dachrinne fort und verscheuchen die Vögel bei der Landung», erklärt Bruno Kurmann, regionaler Verkaufsleiter der Firma ISS Pest Control AG. Mindestens fünf Jahre soll das Spanndrahtsystem effektiv wirken, solange garantiert die Firma für die Schutzvorrichtung.

Kampf mit dem Taubenkot

Das Ziel dieser Massnahme ist die Verhinderung von herabfallendem Taubenkot, um die zunehmende Belästigung der Bahnhofgäste zu vermeiden. Weiter werden die Sandsteinvorsprünge und das SBB-Logo mit Metallspitzen, sogenannten Spikes, abgeklebt, die dem Gebäudeschutz dienen. Der leicht säurehaltige Taubenkot greift Fassaden an. «Das ganze Dach zu schützen wäre viel zu teuer», erklärt Bruno Kurmann. Die Schutzvorrichtungen kosten die SBB 6000 Franken. Am Bahnhofgebäude Thun haben die Stadttauben keine konkreten Schäden angerichtet, die Verschmutzungen am Boden durch den Kot haben aber den Reinigungsaufwand beträchtlich erhöht, teilt die SBB mit. Eine Taube allein produziert jährlich ungefähr zwölf Kilogramm Nasskot.

Überfütterung

Die vielen Tauben sind der Stadt schon länger ein Dorn im Auge (siehe Kasten). Das Hauptproblem sei das grosse Nahrungsangebot. «Die Leute sind unbelehrbar, sie füttern die Tiere bis zum Gehtnichtmehr», sagt Reto Keller, Gewerbeinspektor der Stadt Thun. Die ganze Schwanen- und Entenfütterung erhöhe auch das Futterangebot der Tauben. «Bei der Fütterung handelt es sich um falsch verstandene Tierliebe», sagt Reto Kormann vom Mediendienst der SBB. Wegen des unbegrenzten Futterangebots vermehren sich die Tiere rasant, Krankheiten verbreiten sich rascher. Tauben sind Träger von Krankheitserregern und Parasiten, die auch Menschen befallen können.

Vier Taubenschläge

In der Stadt Thun gibt es verschiedene Einrichtungen, um den Bestand der Stadttauben unter Kontrolle zu halten. Bei der Freienhofbrücke wurde ein Gitter angepasst, das den Tieren den Weg in den Kabelkanal versperrt. Zudem sind vier Taubenschläge errichtet worden. Zwei bei den alten Holzbrücken und je einer beim Coop Kyburg und bei einer Privatliegenschaft in der Unteren Hauptgasse. Die Taubenschläge werden von den sogenannten «Taubenvätern, Christian Wingeier aus Thun und Rudolf Schmid aus dem Gwatt geführt. «Die Schläge funktionieren wegen der Platzverhältnisse und der tiefen Lage nicht optimal», so Christian Wingeier, «ausserdem sind die Vögel nicht auf die Taubenschläge angewiesen, solange zu viel Futter da ist.» Die Tauben lieben hochgelegene Plätze wie in der Hauptgasse. Seit 2007 seien ungefähr 300 Tauben weggeräumt worden, der Bestand sei jedoch gleich geblieben. «Es ist besser, die Tauben kontrolliert zu dezimieren, als sie durch verärgerte Gebäudebesitzer vergiften zu lassen», ist Schmid überzeugt. Momentan besiedeln noch immer 500 Tauben die Stadt, für eine gesunde und unschädliche Population wären 200 Tiere in Thun optimal. Nimmt der Bestand nicht zu, sind die Tauben laut Reto Keller einigermassen stadtverträglich, auch wenn die Ziele noch nicht erreicht sind.

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