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Reicht das Geld im Oberland für den FC Thun nicht aus?

Die Struktur rund um die Arena Thun steht vor einer Zerreissprobe. FC Thun AG, Genossenschaft und Arena Thun AG haben so unterschiedliche Interessen, dass eine gemeinschaftliche Marschrichtung fast unmöglich sei.

Markus Stähli: Ehrenpräsident des FC Thun.
Markus Stähli: Ehrenpräsident des FC Thun.
Patric Spahni

Im Sommer 2011 wurde die Arena Thun eröffnet. Und ist seither nicht aus den Schlagzeilen verschwunden. Lange Zeit bestimmte der Lärmstreit die Agenda. Im Hintergrund blieb aber immer auch die Struktur mit den Playern Genossenschaft Arena Thun AG als Stadionbesitzerin, den Generalunternehmern HRS Real Estate AG und Arco Real Estate AG als Stadionbauern, der Arena Thun AG als Betreiberin und dem FC Thun als Hauptnutzer ein heisses Eisen. Vor knapp zwei Wochen eskalierte der Streit. Genossenschaftspräsident Carlos Reinhard und FCT-Präsident Markus Lüthi machten sich öffentlich Vorwürfe. Am Mittwoch kündigte Reinhard dann den Rücktritt als Präsident der Genossenschaft an.

Unterschiedliche Interessen

«Auf dem Papier ist die aktuelle Struktur nicht a priori schlecht. Aber sie funktioniert – wie figura zeigt – eben nur, wenn alle Exponenten die gleichen Interessen verfolgen. Und das ist zurzeit nicht so.» Das sagt nicht irgendwer, sondern Markus Stähli. Der Ehrenpräsident des FC Thun stand dem Super-League-Club zweimal vor, das letzte Mal zwischen und 2008 und 2012. Er kennt das neue Stadion in Thun-Süd sowie die Struktur deshalb bestens. Stähli zeigt die Richtungen auf, in welche die Parteien ziehen: «Der Generalunternehmer ist daran interessiert, im Rahmen seiner vertraglich übernommenen Betriebsgarantie möglichst wenige Mittel einschiessen zu müssen, während der FC Thun danach trachten muss, sein ohnehin vergleichsweise kleines Sportbudget nicht noch mehr reduzieren zu müssen. Die Arena Thun AG, die quasi dazwischen steht, muss alles Interesse haben, eine ausgeglichene Rechnung präsentieren zu können.»

Teilen ist nicht einfach

Das Hauptproblem sei das Geld, sagt Stähli weiter. «Die verfügbaren Mittel auf dem Platz Thun sind beschränkt. Es heisst also zusammensitzen und teilen; aber das geht nur, wenn auf beiden Seiten die Bereitschaft dazu besteht.» Leider zeige die Praxis oft ein anderes, raueres Bild, als es in der Theorie beim Vertragsentwurf noch ausgesehen habe.

Dass dabei den Köpfen an der Spitze der Parteien ein grosses Gewicht zukommt, sagt auch Markus Stähli. «Die beschränkten Mittel führen zu denkbar schlechten Voraussetzungen. Und wenn in einem solchen Umfeld noch zwischenmenschliche Spannungen hinzutreten, dann hängt der Haussegen schnell schief.» Die Ursache der Spannungen sei aus seiner Sicht aber nicht in erster Linie ein Machtkampf, sondern vielmehr schlicht divergierende Interessen. «Allerdings bin auch ich der Meinung, dass nun neue Köpfe – mit Bedacht ausgewählt – durchaus zielführend sein könnten.» Vor deren Auswahl müssten aber die Zielbedingungen grundlegend neu und vor allem neutral definiert werden, so der FCT-Ehrenpräsident weiter.

Nur noch zwei Mitspieler

Markus Stähli wagt bei seiner Analyse auch einen Blick in die Zukunft. «Mit den aktuellen Strukturen und Personen sehe ich für die Zukunft dunkelgrau.» Sinnvoll wäre eine neue Definition der Ziele, die aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen zu revidieren sind, und eine ebenfalls neue, schlankere Struktur mit weniger Reibungsflächen. Ebenso sollten die derzeit vier Parteien (Generalunternehmer, Genossenschaft, Arena AG und FCT) auf lediglich deren zwei reduziert werden (Genossenschaft oder Arena AG und FCT).

Einer, der ebenfalls Erfahrungen mit der aktuellen Struktur rund um die Arena Thun gemacht hat, ist Martin Strehl. Er präsidierte die Arena Thun AG ab März 2010 bis Ende 2011. Er will sich aber nicht mehr gross äussern. «Ich möchte nicht dazu beitragen, dass das Thema noch stärker in den Medien diskutiert wird.» Zu einer Aussage liess er sich aber dennoch bewegen: «Meines Erachtens verfügt der erst kürzlich ins Leben gerufene Beirat des FC Thun über fähige Köpfe, auf die man in diesem Zusammenhang stärker hören sollte.»

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