Region Thun droht mehr Fluglärm

Thun

Der geplante Südanflug auf den Flughafen Bern-Belp stösst im Aaretal, Emmental und Oberland auf heftige Kritik. Gemeinden fürchten sich vor Fluglärm. Clubs und Verbände der Kleinfliegerei künden Widerstand an.

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Johannes Reichen

Ab 2015 soll der Flughafen Bern-Belp regelmässig von Süden her angeflogen werden. Das ist der Plan der Flughafenbetreiberin Alpar. Sie will damit den bevölkerungsreichen Norden, insbesondere Bern und Muri, vom Fluglärm entlasten. Im Aaretal, Oberland und Emmental regt sich Widerstand gegen die Südanflüge. Gemeinden fürchten sich vor Fluglärm. Und die Verbände und Clubs der General Aviation wehren sich.

Südanflug als Normalität

Normalerweise landen Verkehrsflugzeuge von Norden her auf dem Flughafen. Vereinzelt aber wird das Belpmoos auch schon heute vom Süden her angeflogen. Im Juni des letzten Jahres reichte die Alpar beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) das Gesuch für GPS-gestützte Anflüge ein. Sie will damit die Anflüge besser auf den Norden und den Süden verteilen. Künftig aber soll der Südanflug zur Normalität werden: Die Flugzeuge überfliegen in einer grossen Schlaufe das Emmental und Thun (siehe Grafik). Für das Emmental und das Oberland bedeute dies keine «signifikante Belastungszunahme», betonte die Alpar.

Verbände nicht angehört

Es bleibt vorerst offen, welche Auswirkungen das neue Regime tatsächlich hat. Nächste Woche legt die Alpar das neue Betriebsreglement öffentlich auf. Heute publiziert die Flugsicherung Skyguide die Änderungen in der Luftraumstruktur, die auf den GPS-gestützten Südanflügen basieren. Die Alpar äussert sich nicht und verweist an das Bazl. Dieses will die Öffentlichkeit erst am Freitag informieren.

Einsprachen sind programmiert. «Wir sind enttäuscht, dass wir nicht von Anfang an in das Verfahren einbezogen wurden», sagt Christian Boppart, Geschäftsführer des Schweizerischen Hängegleiterverbands. Durch die Anflüge aus dem Süden muss dort der kontrollierte Luftraum erweitert werden. «Für den Segelflieger und Hängegleiter ist das einschneidend», sagt Christian Markoff, Luftraumbeauftrater beim Hängegleiterverband. Sie dürfen sich im kontrollierten Luftraum nicht unangemeldet aufhalten. Aus seiner Sicht wären Kompromisse durchaus möglich gewesen. Jetzt bleibe allein das Mittel der Einsprache.

Deutliche Worte findet auch der Aeroclub der Schweiz auf seiner Website: «Die Schlinge um den Flugplatz Bern zieht sich weiter zu – die Leichtaviatik auf und um den Flughafen wird mehr und mehr abgewürgt.»

Sorgen in Thun

Die Belper Pläne werden auch im Berner Oberland mit Argusaugen verfolgt – etwa auf dem Flugplatz Thun. «Wir würden unseren Hauptanflugsektor im Norden verlieren», sagt Flugplatzleiter Philippe Seiler. «Und bei Abflügen im Norden würden wir massiv eingeschränkt.» Verbände, Clubs und Gemeinden warten nun die öffentliche Auflage ab.

Thuner Tagblatt

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