Peter Roth will das V-Projekt «auf Jahre» blockieren

Grindelwald

Die Beschwerde gegen den Beschluss der Grindelwalder Gemeindeversammlung zum V-Projekt stammt von Peter Roth, der schon die Ewap-Verstösse aufgedeckt hatte. Eine Entscheidung des Regierungsstatthalters soll in Kürze erfolgen.

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Dass eine Beschwerde im Nachgang der Gemeindeversammlung eingereicht worden war, hat diese Zeitung bereits Ende November berichtet. Nun ist auch klar, wer etwas an den Beschlüssen, welche die Stimmbürger im Sportzentrum in Grindelwald am 24. Oktober 2014 gefasst haben, auszusetzen hat. «Ich, Peter Roth, Einwohner von Grindelwald, habe eine Gemeindebeschwerde gegen das V-Projekt der Jungfraubahnen Holding AG eingereicht», schreibt der Beschwerdeführer in einer E-Mail, die er an die Redaktion dieser Zeitung gerichtet hat.

Im Anhang der E-Mail ist die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes Interlaken-Oberhasli in der Beschwerdesache, die die Angaben von Peter Roth bestätigt. Demnach betrifft die Beschwerde die Vorlagen Änderung Überbauungsordnung «Beschneiung Grund-Männlichen-Kleine Scheidegg», Zonenplan- und Baureglementsänderung «Grund» und «Talgietli» sowie Überbauungsordnung «Erschliessung Grund».

Kein Unbekannter

Peter Roth ist in seinem Heimatdorf kein Unbekannter. Aber auch über die Grenzen Grindelwalds bekannt wurde er, als er mit seinem Bruder vor ein paar Jahren die Verstösse gegen den Erstwohnungsanteilplan (Ewap) publik machte. Damals wie heute ist die Gemeinde Grindelwald die Adressatin von Roths Kritik. Aber nicht nur: «Meine Beschwerde blockiert das gesamte V-Projekt auf Jahre», schreibt Peter Roth in seiner E-Mail.

Jungfraubahn bleibt gelassen

So weit ist es noch nicht. Zunächst ist die Gemeinde dazu aufgerufen, schriftlich zur Beschwerde Stellung zu nehmen. Bis nächste Woche soll diese Antwort eingehen, wie Regierungsstatthalter Martin Künzi auf Anfrage erklärt. Künzi will dann im Januar oder Februar eine Entscheidung fällen. Danach wäre ein Weiterzug des Verfahrens ans Verwaltungs- oder ans Bundesgericht möglich.

Bei der Jungfraubahn reagiert man gelassen auf die Beschwerde und ebenfalls auf dieses Szenario. «Jede Intervention von aussen beeinflusst auch den Zeitplan, aber noch sind wir im Plangenehmigungsverfahren», sagt Christoph Schläppi von der Geschäftsleitung, der keine grossen Verzögerungen erwartet: «Die Verfahren dauern eben so lange, wie sie dauern.»

Und auch CEO Urs Kessler sagt: «Wir haben keine Kenntnis vom Inhalt der Beschwerde. Das ist ein laufendes Verfahren. Aber wir setzen sehr auf die Effizienz der Schweizer Gerichte.» Der ursprüngliche Plan, wonach das V-Projekt 2015 ausführungsreif sei, könnte aber ohnehin gefährdet sein. Das hatte Kessler bereits im November gegenüber dieser Zeitung eingeräumt.

Berner Oberländer

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