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Neuer Vertrag für Teilverkauf der Energie Thun AG

Der umstrittene Teilverkauf der Energie Thun AG an die BKW geht in eine neue Runde: Der Gemeinderat hat den Vertrag wie vom Parlament verlangt neu ausgehandelt. Im Kern bleibt er gleich, wegfallen wird hingegen eine sogenannte Put-Option.

Diese hätte die Möglichkeit offen gelassen, weitere Teile der Energie Thun AG zu verkaufen. Detaillierter geregelt wurden auch Vertragsdetails zur industriellen Kooperation der beiden Partner. Die BKW hat unter anderem zugesichert, bei einem Stellenabbau den Betroffenen angemessene Ersatzfunktionen innerhalb der BKW- Gruppe anzubieten, wie BKW-Geschäftsleitungsmitglied Hermann Ineichen am Freitag vor den Medien in Thun bekannt gab.

Rote Köpfe

Der geplante Teilverkauf sorgte in Thun seit Bekanntwerden für heftigen Streit. Das Parlament lieferte sich zweimal teils gehässige Diskussionen und wies das Geschäft zurück an den Absender. Das Geschäft schlug derart hohe Wellen, dass der damalige Verwaltungsratspräsident der Energie Thun AG, der sich gegen den Vertrag wehrte, zurücktrat und mit ihm weitere Verwaltungsratsmitglieder. Auch der seit vergangenem September neu ausgehandelte Vertrag ist am Freitag bereits wieder unter Beschuss geraten. Die SP beurteilt ihn als «miserabel für die Energie Thun AG».

Finanzpolitische Interessen

Der Teilverkauf von 49 Prozent an die BKW würde der Stadt 75,46 Mio. Franken einbringen. Für den Gemeinderat der finanziell nicht auf Rosen gebetteten Stadt ein Lichtblick. Thun hat Schulden von rund 200 Mio. Franken. Die Gegner des Teilverkaufs bevorzugen den Alleingang der Energie Thun AG und werfen dem Gemeinderat kurzfristiges Profitdenken vor. Thun dürfe nicht sein «Tafelsilber» verscherbeln.

Gleichwertige Varianten

In Bezug auf den Teilverkauf kommt der neubesetzte Verwaltungsrat der Energie Thun AG nicht zu einer eindeutig negativen Einschätzung. Vielmehr hält er beide Varianten für ungefähr gleichwertig. Langfristig könne ein starker Partner wie die BKW mehr Sicherheit bieten. Allerdings bestehe die Gefahr der Einflussnahme oder von Veränderungen im BKW-Aktionariat. Der Entscheid sei letztlich vorwiegend ein finanzpolitischer, sagte Kurt Bill, VR Präsident der Energie Thun, am Freitag vor den Medien.

Referendum schon angekündigt Am 18. September wird sich das Stadtparlament mit dem Geschäft befassen. Zwar wird es nicht über den Vertrag selber befinden; dieser liegt in der Kompetenz des Gemeinderates. Damit er aber eingegangen werden kann, braucht es eine Reglementsänderung, über die der Stadtrat entscheidet. Kommt die Reglementsänderung durch, ist von linker Seite bereits ein Referendum angekündigt. Das Volk könnte dann voraussichtlich im Februar 2009 abstimmen.

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