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Naturpark ist gescheitert

Weil die Grundstimmung gegen den Naturpark spricht, erklärt Projektleiter Bruno Käufeler den Park für gescheitert. Als Wendepunkt nennt er Sigriswil.

«Wir haben es kommen sehen», gibt Bruno Käufeler zu. «In der Schlussphase haben sich die Zeichen verdichtet, dass die Parkgegner sich durchsetzen würden», berichtet der Projektleiter des Naturparks Thunersee-Hohgant. Und so ist es dann auch gekommen, auch wenn die Verantwortlichen des Parkprojekts die Ablehnung «in dieser Deutlichkeit» nicht erwartet haben. Vier von den elf verbliebenen Parkgemeinden haben am Freitag im Rahmen ihrer Gemeindeversammlungen ihr Votum zum Parkvertrag abgegeben: Dreimal stand ein klares Nein, einmal ein erzwungenes Ja. Horrenbach-Buchen (47 Nein- zu 6 Ja-Stimmen), Homberg (43 Nein zu 11 Ja) sowie die Gemeinde Röthenbach im Emmental lehnten den Beitritt zum Park ab. In Schangnau sorgte der Gemeinderat per Stichentscheid für das denkbar knappste Ja, nachdem die Bürger unentschieden (66 zu 66) waren.

«Nicht mehr realisierbar» Am Montagabend durften die Bürger in Oberhofen und Unterseen ihr Votum abgeben. Bis Samstag folgen noch Heiligenschwendi, Unterlangenegg, Teuffenthal, Eriz und Beatenberg, wo der Gemeinderat den Stimmbürgern die Ablehnung des Parkvertrags empfohlen hat. Und obwohl diese Entscheidungen noch ausstehen, zieht Käufeler den Schlussstrich unter das Projekt: «Auch wenn die anderen Gemeinden Ja sagen würden, sodass wir die Mindestgrösse von 100 Quadratkilometern erreichen würden, muss man sagen: Die Grundstimmung ist so schlecht, dass es so keinen Sinn mehr macht. Der Park ist nicht mehr realisierbar.»

Anfänge im Jahr 2000

Zwar ist Käufeler der Meinung, dass die ausstehenden Abstimmungen noch erfolgen sollen, «damit alles seine formaljuristische Richtigkeit hat», aber er stellt klar fest: «Wenn wir uns die Ergebnisse ansehen, ist der Park gescheitert. Ich spüre, dass der Wille nicht mehr da ist. Unser Job ist damit erledigt.» Damit geht ein langjähriges Projekt zu Ende, mit dem viele Hoffnungen verbunden waren, das aber auch seit den ersten Anfängen mit dem Regio-Plus-Projekt Höhenweg Thunersee im Jahr 2000 immer wieder auf Widerstand gestossen war. Dennoch sieht Käufeler einen «entscheidenden Moment» in der Geschichte des Naturparks Thunersee-Hohgant: die heftigen Diskussionen mit dem anschliessenden Nein bei der Gemeindeversammlung in Sigriswil im Frühjahr 2010. Käufeler: «Widerstände gab es auch in den anderen Gemeinden, aber längst nicht in dem Ausmass. Das Nein in Sigriswil hatte eine negative Ausstrahlung für das Projekt.»

Plan B für die Zukunft

Doch der Projektleiter schaut bereits in die Zukunft: «Der Naturpark wäre ein fantastisches Element zur Förderung gewesen. Aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren und versuchen, unsere Kräfte anders einzusetzen.» Käufeler denkt an einen Gemeindeverbund als «Plan B» mit dem gleichen Grundziel: der «Stärkung des ländlichen Raums». «Doch die Initiative dafür müsste von den Gemeinden kommen.» Zunächst soll aber etwas Zeit zum Nachdenken vergehen.

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