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Muss Gemeinde Räumung des Schrotts bezahlen?

«Schrottalp»-Besitzer Arthur Santschi ist vor dem Bundesgericht abgeblitzt. Damit kann die Gemeinde Horrenbach-Buchen den Schrott auf dem Grundstück nun räumen lassen. Doch wer bezahlt die Rechnung?

«Wir möchten so schnell wie möglich räumen»: Samuel Graber, Gemeindepräsident von Horrenbach-Buchen,  vor dem Haus des Bauern Arthur Santschi in der Hornegg.
«Wir möchten so schnell wie möglich räumen»: Samuel Graber, Gemeindepräsident von Horrenbach-Buchen, vor dem Haus des Bauern Arthur Santschi in der Hornegg.
Archiv TT/Kummer

Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Arthur «Turi» Santschi abgewiesen. Das ist die gute Nachricht für Samuel Graber (SVP), den Gemeindepräsidenten von Horrenbach-Buchen. Jetzt steht der Räumung der ausrangierten Vehikel auf der Alp Hornegg rechtlich nichts mehr im Weg. Trotzdem herrscht bei Graber nicht eitel Sonnenschein. «Die Eisenpreise sind in den Keller gefallen. Der Erlös aus dem Schrott wird dementsprechend gering sein.»

Grosse Chance verpasst

Die Gemeinde hat in den letzten Wochen mehrere Offerten eingeholt. «Die Räumung wird zwischen 150'000 und 160'000 Franken kosten», sagt Graber. Nach Abzug des Erlöses aus dem Alteisen wird ein Betrag von 120'000 Franken übrig bleiben. Grundsätzlich müsste Hofbesitzer Santschi die Rechnung bezahlen. Die Gemeinde Horrenbach-Buchen wird aber aller Voraussicht nach den Betrag vorfinanzieren müssen, damit die Arbeiten ausgeführt werden können. Es ist nicht anzunehmen, dass Santschi, der das Verfahren bisher verschleppt hat, für die Rechnung aufkommen kann. «Für eine Gemeinde in unserer Grössenordnung ist das kein Pappenstiel», sagt Graber. «Wir müssten mit dem Kredit vor die Gemeindeversammlung. Ob die Bürger ihn bewilligen würden, wage ich zumindest zu bezweifeln.» Schliesslich gehe es dabei auch um ihre Steuergelder.

In diesem Zusammenhang ärgert sich Graber, dass die Alp nicht bereits letztes Jahr vom Schrott befreit werden konnte. «Damals waren die Preise gut», so Graber. Für Hofbesitzer Santschi wäre nach Abzug der Kosten noch eine Stange Geld übrig geblieben. Der 71-jährige Hofbesitzer hatte aber den Weiterzug ans Bundesgericht bevorzugt (wir berichteten).

Räumung nun im Frühling?

Trotz der immensen Kosten: Die Gemeinde Horrenbach-Buchen will am Räumungsbefehl festhalten. «Ich gehe davon aus, dass wir im Frühling die Sache zu einem guten Ende bringen können», gibt sich Graber betont optimistisch. Im Hintergrund klärt der Gemeinderat bis dahin ab, ob er irgendwo noch Gelder generieren kann. In welche Richtung die Fühler ausgestreckt werden, wollte Graber indes nicht sagen. «Noch ist nichts spruchreif.»

Von Schrott- zur Kunstalp?

Einer, der sich vorstellen könnte, seine Ideen auf der Alp Hornegg zu verwirklichen, ist Heinrich Gartentor alias Martin Lüthi. Der Künstler, der seit ein paar Monaten in Horrenbach-Buchen wohnt, hat das Gelände bereits einmal besichtigt. «Ein Engagement wäre reizvoll», sagt er, «aber nicht um jeden Preis.» Dass er eine Affinität zu alten Vehikeln hat, bewies Gartentor unlängst im Zusammenhang mit dem Autofriedhof in Kaufdorf, als er sich für dessen Weiterbestand einsetzte. «Mir war wichtig, dass die Umweltvorschriften eingehalten werden», so Gartentor. Etwas, das ihm übrigens auch auf der Alp Hornegg ein Anliegen wäre, sollte sich «etwas ergeben», geheimniskrämeert der Künstler.

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