Mit Gleitschirm zum «Kafichränzli»

Unterseen

Sämtliche 152 SAC-Hütten will Chrigel Maurer aus Unterseen dieses Jahr besuchen. Dass für die Rückkehr ins Tal jeweils der Gleitschirm zum Einsatz kommt, überrascht kaum.

Gestärkt mit Kafi und Kuchen: Vor der SAC-Geltenhütte (2002 m ü.M.) macht sich Chrigel Maurer für den Flug hinunter zum Lauenensee bereit. Im Hintergrund sind das Lauenental und das Lauenenhorn zu sehen.

Gestärkt mit Kafi und Kuchen: Vor der SAC-Geltenhütte (2002 m ü.M.) macht sich Chrigel Maurer für den Flug hinunter zum Lauenensee bereit. Im Hintergrund sind das Lauenental und das Lauenenhorn zu sehen.

(Bild: Bruno Petroni)

Bruno Petroni

In vier Monaten jährt sich der dritte aufeinanderfolgende X-Alps-Sieg von Chrigel Maurer. Der beste Gleitschirmpilot der Welt will auch im Juli 2015 wieder am längsten und härtesten Gleitschirm-Biwakrennen der Welt, dem X-Alps starten (das X-Alps findet alle zwei Jahre statt).

Wenn möglich runterfliegen

Wer nun meint, der zweifache Familienvater ruhe sich unterdessen auf seinen Lorbeeren aus, irrt gewaltig. So haben sich Chrigel und sein Freund und Betreuer Thomas Theurillat in den Kopf gesetzt, in diesem Jahr sämtliche 152 Hütten des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC) zu besuchen. «Unser Ziel ist es, in jeder Hütte Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen», sagt der Unterseener verschmitzt.

Die ersten 10 Hütten sind bereits abgehakt, so auch einige im Prättigau. Und im Berner Oberland sind dies die Wildhorn-, Wildstrubel-, Lämmern- und Geltenhütte. Letztere bestieg Maurer Anfang dieser Woche vom Lauenensee aus. Und Chrigel wäre eben nicht Chrigel, wenn er sich nicht nach den langen Aufstiegen einen anschliessenden Talflug gönnen würde. «Das Erreichen der Hütten aus eigener Muskelkraft ist das primäre Ziel. Ob nun mit den Skiern oder zu Fuss, spielt keine Rolle.»

Wer macht mit?

Chrigel Maurer freut sich übrigens während seiner Hüttentouren auch über Gesellschaft. So dürfen mit einer gewissen Fitness versehene Gleichgesinnte ihn nach vorgängiger Anmeldung begleiten. «Und wenn jemand nicht selber fliegen kann, darf er nach dem Hüttenbesuch mit mir am Tandemschirm ins Tal hinunterfliegen.» Zweifellos wird Maurer bei seinen Hüttentouren auch neue Startplätze und Routen für künftige X-Alps-Herausforderungen entdecken. «Es stimmt nämlich nicht, was viele Leute meinen, die sagen, ich hätte die ganze X-Alps-Strecke von Salzburg bis nach Monaco auswendig gelernt. Die meteorologischen Verhältnisse sind nie gleich, und entsprechend ist stets eine andere Taktik und Routenwahl erforderlich.»

Doch vor dem nächsten, 2015 stattfindenden X-Alps steht erst mal das sogenannte X-Pyr an: ein vom Renncharakter her ähnliches Rennen wie das X-Alps, jedoch mit «nur» 440 Kilometern Distanz vom Atlantik bis zum Mittelmeer über die Pyrenäen knapp halb so lang. Wie beim X-Alps dürfen sich die Teilnehmer dabei nur fliegend oder zu Fuss fortbewegen.

Weiter bestreitet Maurer dieses Jahr die Akro-Schweizer-Meisterschaften und Ende September das Weltcupfinale in der Türkei.

Infos: www.xalps.ch

Berner Oberländer

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