Millionen-Projekt am Rothorn

Brienz

Die Bergbahnen Sörenberg AG will die Luftseilbahn vom Schönenboden/Sörenberg auf das Brienzer Rothorn durch eine neue Gondelbahn ersetzen. Die Bergstation mit Restaurant soll nach Nordosten verschoben werden.

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Die Bergbahnen Sörenberg AG und ihre Tochterunternehmung, die Luftseilbahn Sörenberg-Brienzer Rothorn AG, betreiben auf der Luzerner Seite des Rothorns zusammen 17 Transportanlagen. Ein grosser Nachteil besteht heute darin, dass die beiden Skigebiete in Sörenberg, die Anlagen «Dorf» und die Anlagen «Rothorn» nicht vernetzt sind und sich der Schneesportler bei der Anreise entscheiden muss, wo er seinem Hobby frönen will.

Da die Betriebsbewilligungen für die Luftseilbahn vom Schönenboden auf das Rothorn und die Sesselbahn vom Eisee auf das Rothorn bald auslaufen, hat der Verwaltungsrat ein Neu- und Umbauprojekt mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Franken beschlossen.

Zur Arena machen

Mit drei neuen Bahnen werden die zwei bisherigen Skigebiete zu einer Skiarena zusammengelegt. Die alten Bahnen werden abgebaut. Die bisherigen Gastrobetriebe, das Gipfelrestaurant und das Berghaus Eisee, sollen neu genutzt werden. Bei der neuen Bergstation auf der Rothorn-Nordseite wird ein Restaurant gebaut.

3 Gemeinden in 3 Kantonen

«Das Bewilligungsverfahren ist insofern etwas kompliziert,» erklärte Betriebsleiter Karl Lustenberger von den Bergbahnen Sörenberg AG, «da es zwei Bewilligungsverfahren gibt, nämlich das Plangenehmigungsverfahren des Bundes, das für die Bewilligung und die Konzessionserteilung der Bahnen zum Tragen kommt, sowie die kommunalen und kantonalen Baubewilligungsverfahren der Gemeinden und der Kantone für die Nebenanlagen wie Restaurant, Beschneiung, Parkplatz und so weiter.» Es sind drei Gemeinden in drei verschiedenen Kantonen vom Projekt betroffen (Flühli LU, Giswil OW und Schwanden BE).

Die neue Bergstation auf dem Rothorn mit Restaurant kommt etwas unterhalb vom Gipfel beim bestehenden Tunneleingang auf Berner Boden in der Gemeinde Schwanden zu stehen. Vorausgesetzt, das Bergbahnunternehmen erhält die Bewilligung, soll mit dem Bau noch in diesem Herbst begonnen werden. Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit rechnen die Verantwortlichen mit einer Inbetriebnahme der neuen Anlagen für die Sommersaison 2016.

Bahnen arbeiten zusammen

Die beiden Bahnunternehmen sind schon heute miteinander lose verbunden. So zum Beispiel bei gewissen Angeboten für Rundreisetickets. Auch hängt die Wasser- und Abwasserinfrastruktur für die Brienz Rothorn Bahn AG mit ihrem Restaurant auf der Südseite des Gipfels mit der Infrastruktur auf der Innerschweizer Seite zusammen und wird durch die Bergbahnen Sörenberg AG betrieben. «Wir sind miteinander im Gespräch», bestätigte Simon Koller, Geschäftsführer der Brienz Rothorn Bahn AG, «insbesondere was die Umnutzung des alten Gipfelrestaurants unserer Innerschweizer Kollegen betrifft.»

Dass sich zu diesem Unterfangen auch noch Umweltschutzverbände äussern werden, wird erwartet. «Da wir einen reinen Sommerbetrieb führen, die beiden Bergstationen via Tunnel wie auch durch einen tollen Bergweg von etwa 30 Minuten Wanderzeit miteinander verbunden sind, erwarten wir keine negativen Auswirkungen», sagte Koller und bilanzierte: «Ziel ist, die Zusammenarbeit weiter zu stärken».

Berner Oberländer

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