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Mehrere Murgänge durch den Spreitengraben

In Guttannen stürzten insgesamt über 100'000 Kubikmeter Geröll durch den Spreitgraben und lösten eine Sperrung der Grimselpassstrasse aus.

Die Geröllmassen bahnten sich einen Weg vom Ritzlihorn bis hinunter ins Flussbett der Aare.
Die Geröllmassen bahnten sich einen Weg vom Ritzlihorn bis hinunter ins Flussbett der Aare.
Geotest

Die Ereignisse in Guttannen überstürzten sich gestern buchstäblich. Kurz nach dem Mittag informierte der Kreisoberingenieur über «einen grösseren Murgang von mehreren Zehntausend Kubikmetern». Der Erdrutsch sei am frühen Montagmorgen unterhalb des Ritzlihorns ausgelöst worden, gefolgt von einigen kleineren Abbrüchen. Das Geschiebe bahnte sich seinen Weg bis hinunter ins Flussbett der Aare. Die installierten Alarmdrähte lösten eine Sperrung der Grimselpassstrasse aus. Deren Galerie blieb unbeschädigt. Ebenfalls gesperrt wurde der Wanderweg zwischen Guttannen-Boden und Guttannen-Dorf.

Doch nur wenig später, kurz nach 16 Uhr, hatte Markus Wyss neue Informationen – über einen noch grösseren Murgang, der sich am Nachmittag ereignet hatte: «Damit wurden insgesamt mehr als 100000 Kubikmeter Geschiebe verfrachtet.» Und, so Wyss: «Die Gefahr für weitere Murgänge ist relativ hoch.»

Die Hauptursache für den Erdrutsch ortete Markus Wyss im anhaltenden Regen und in den steigenden Temperaturen, die zusammen mit dem schmelzenden Neuschnee den Boden aufweichten und in eine Rutschbahn verwandelten. «Wenn der Firnschnee auf der Schafegg unterhalb des Ritzlihorns als Wasserspeicher gesättigt ist, braucht es nur noch einen Auslöser, der das Wasser zum Auslaufen bringt», erklärte Wyss. Ob und wann sich diese Konstellation in den nächsten Tagen wiederholt, sei schwer zu prognostizieren.

Zunächst gelte es, die Alarmdrähte zu reaktivieren, sodass die Kantonsstrasse wieder permanent geöffnet werden könne. Gemäss Markus Wyss wurde sie gestern von 17 bis 19 Uhr unter Überwachung für den Verkehr freigegeben. Und heute Dienstag soll sie ab 8 Uhr offen sein – «sofern es in der Nacht keine Ereignisse gibt, die zu Schäden an der Galerie führen würden», wie Wyss beifügte.

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