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«Lieber blauäugig als Schuld an einem Unglück»

Für den Fall, dass sich Luca Hänni für das Halbfinale von DSDS qualifiziert, war ein Konzert in Uetendorf angesagt. Es wurde im letzten Moment abgesagt – die Fans kamen trotzdem.

Nur Poster anstatt Luca live: Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf verteilt Poster von Luca Hänni an Fans, die nicht mitbekamen, dass das Konzert von Luca abgesagt worden war, und vergebens angereist sind, um ihren Star hautnah zu erleben.
Nur Poster anstatt Luca live: Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf verteilt Poster von Luca Hänni an Fans, die nicht mitbekamen, dass das Konzert von Luca abgesagt worden war, und vergebens angereist sind, um ihren Star hautnah zu erleben.
Markus Hubacher

«Bin gerade auf dem Weg nach Uetendorf, meinem Heimatort in der Schweiz. Dank euch bin ich im Halbfinale. Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung!» Diese Nachricht veröffentlichte DSDS-Kandidat Luca Hänni gestern Mittag auf seiner offiziellen Facebook-Fansite. So euphorisch die Ankündigung des Superstaraspiranten, so komplex gestaltete sich in den letzten Tagen die Organisation des Homecoming-Anlasses, der gestern Abend mit Minikonzert und Autogrammstunde auf dem Dorfplatz in Uetendorf hätte stattfinden sollen.

Blauäugig bei der Planung?

Am Samstagabend teilte die Gemeinde Uetendorf mit, dass der Anlass abgesagt wird, offiziell wegen des schlechten Wetters und Sicherheitsbedenken. Die Information, dass der Heimatbesuch von DSDS-Mitfavorit Luca Hänni am Sonntagabend nicht stattfindet, machte via elektronische Medien – Internetseite der Gemeinde Uetendorf, Facebook, E-Mails und SMS – die Runde. Am Samstagmittag hatten sich Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf (SP) und RTL darauf geeinigt, den Anlass abzusagen. «Aufgrund des absehbaren grossen Publikumsaufmarschs wäre die Sicherheit der Teilnehmenden nicht mehr gewährleistet gewesen», heisst es auf der Website der Gemeinde. Die Frage drängt sich auf: Musste man aus Erfahrungen in der Vergangenheit und mit Blick auf den Hype, der derzeit um den 17-jährigen Maurerstift gemacht wird, nicht mit einem Massenansturm rechnen? «Vielleicht waren wir bei der Planung zu blauäugig», sagte Hannes Zaugg-Graf gestern auf Anfrage. «Aber ich bin lieber blauäugig und sehe den Fehler rechtzeitig ein, als Schuld an einem Unglück zu haben.»

10'000 statt 2000 Besucher?

Ein solches hätte beispielsweise passieren können, wenn anstatt der erwarteten rund 2000 Personen plötzlich bis zu 10'000 Luca-Fans nach Uetendorf gepilgert wären. «Plötzlich wurden Carfahrten aus Deutschland organisiert – alles deutete darauf hin, dass wir mit einem Besucheransturm hätten rechnen müssen, den wir nicht mehr hätten bewältigen können», sagte Zaugg-Graf weiter. «Das Problem sind nicht die vielen Leute an sich», führte er aus, «sondern, dass sich alles auf einen Punkt konzentriert.» 2000 Personen hätte der Dorfplatz laut dem Uetendorfer Gemeindepräsidenten problemlos fassen können. «Aber mehr wäre unverantwortlich gewesen.»

Wegen der kurzfristigen Absage erreichte die Nachricht aber offensichtlich nicht mehr alle Luca-Hänni-Fans, die ihren Star hautnah erleben wollten. Gestern Abend trafen immer wieder Fans aus allen Richtungen auf dem Dorfplatz ein, einige sogar, obwohl sie schon von der Absage gehört hatten. Damit sie aber nicht mit leeren Händen nach Hause gehen mussten, verteilte Hannes Zaugg-Graf Luca-Poster und beruhigte so die Gemüter aller Anwesenden persönlich.

Mira Valetti ist für Luca Hänni aus Beinwil am See im Kanton Aargau angereist und musste sich, genau wie ihre Freundinnen, mit einem Luca-Poster zufriedengeben. «Wir haben erst davon gehört, als wir schon im Zug sassen. Ich hoffe nun, dass er trotzdem noch hier vorbeikommt und ich ihn wenigstens einmal sehen kann», sagte die 12-jährige Aargauerin. Ebenfalls nicht informiert war eine 68-jährige Nürnbergerin, die ihren Namen nicht nennen wollte. Eigentlich sei sie nicht extra für Luca in die Schweiz gereist, sie habe ihre Reise aber so eingerichtet, dass sie bei seinem Homecoming dabei sein könne. «Meine gesamte Familie ist verrückt nach dem jungen Mann! Ich musste ihn einfach mal sehen. Die Deutschen telefonieren übrigens unheimlich viel für ihn. Der Kerl begeistert einen einfach!» Besonders begeisternd fand sie auch das Plakat. «Das Bild ist sehr erotisch», sagte die 68-Jährige mit einem verschmitzten Grinsen.

Natürlich fehlten auch die etwas jüngeren und auffälligeren Luca-Fans nicht, die sich mit viel Gekreische und Geschwärme bemerkbar machten. Eine solche Gruppe bestand aus Fabienne Lüthi, Michelle Hofer, Nadine Hofer und Melissa Guggisberg-Dähler, alle zwischen 10- und 15-jährig. «Wir lieben ihn», riefen sie im Chor und zeigten, wo sie gerne seine Autogramme gehabt hätten. Die Mädchen machten sich daraufhin auf den Weg, um Luca im Dorf zu suchen und so trotzdem zu ihren Autogrammen zu kommen.

Ersatz-Event ist angedacht

Stiefbruder Cyril Schmid, der in engem Kontakt mit Hänni steht, sagte gestern am Telefon: «Die Enttäuschung über die Absage hält sich bei Luca in Grenzen. Denn er weiss ja, dass er in den kommenden Tagen doch noch im Dorf auftritt, wenn auch in kleinerem Rahmen.» Wann, wo und wie der Ersatzevent über die Bühne geht, sei zurzeit aber noch völlig offen.

Thuner Tagblatt/gbs/maz/iek

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