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Kulturförderung als Anerkennung

Dem Sinn der staatlichen Kulturförderung war das 4. Thuner Kulturforum am Donnerstagabend im Rathaus Thun gewidmet.

«Kultur hängt von der Kochkunst ab» – das habe schon der britische Schriftsteller Oscar Wilde gewusst, zitierte Thuns Stadtpräsident Hansueli von Allmen den Literaten. Und er als Politiker wisse, wovon er spreche, meinte von Allmen im vollen Stadtratsaal – für einmal von Kulturvertretern in Beschlag genommen. Insbesondere die Kulturpolitik sei ein Thema, «das immer wieder zu hochroten Köpfen führt.»

So widmete sich das 4. Thuner Kulturforum der Frage nach sinnvoller Kulturförderung.

Thun als Modell?

«Wenn man von aussen auf Thun blickt, hat man den Eindruck, diese Stadt habe Kulturförderung nicht mehr nötig. Da läuft so vieles», lobte der Kulturjournalist und langjährige Ressortleiter Kultur der «Berner Zeitung» an der Podiumsdiskussion. Dennoch sei die Kulturförderung wichtig, betonten die Diskussionsteilnehmer Jacqueline Strauss, die Leiterin Kulturförderung Kanton Bern, Abteilung deutsch, der Thuner Künstler Martin Lüthi alias Heinrich Gartentor, die Kommissionspräsidentin für bildende Kunst Margrit Tschannen und der Theaterwissenschafter Stefan Koslowski. «Für mich bedeutet Kulturförderung Anerkennung für das enorme Engagement der Veranstalterinnen und Künstler», sagte Tschannen.

Auf die Frage Toblers als Moderator, ob auch zu viel Kunst gefördert werden könne, lautete die Antwort Gartentors: «Ja, sicher. Ich kenne aber kein einziges solches Beispiel.» Trotz der auferlegten Aufgabenverzichtsplanung der Thuner Stadtregierung hätten es jene wohl schwer, die künftige Kulturförderung im Keim ersticken möchten, glaubt Tschannen. Und während sie dieses Verdienst «dem kulturbegeisterten Stadtpräsidenten» und SP-Parteikollegen zuordnen wollte, ortete die ehemalige Leiterin der städtischen Kulturabteilung Jacqueline Strauss diesen Umstand viel eher in der von schweren Wirtschaftskrisen geschüttelten Stadt. «Kulturelle Veranstaltungen und Künstler halfen mit, bei der Thuner Bevölkerung wieder ein Selbstverständnis aufzubauen.»

Gartentors Forderung

Eine konkrete Forderung gab es dann doch noch: Martin Lüthi, der als Heinrich Gartentor der Künstlervereinigung Visarte als Präsident vorsteht, ärgerte sich über die Regelung der Stadt, gesprochene Beiträge an Kulturprojekte immer erst dann auszuzahlen, wenn ein Projekt beendet ist.

«Wir müssen dadurch ständig mehrere tausend Franken Zinsen miteinrechnen, weil uns die flüssigen Mittel vorgängig fehlen.» Man sei sich dieses Problems bewusst, bestätigte Philipp Burkard, Leiter der städtischen Kulturabteilung. Die Zahlung am Schluss sei eine Sicherheit, dass das Projekt wirklich zu Ende geführt werde. «Es sind Steuergelder, für die wir Rechenschaft ablegen müssen.»

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