«Kosten sind im Verhältnis zur Nachfrage zu hoch»

Berner Oberland

Die anderen grossen Skigebiete im Berner Oberland wenden für Freestyle- und Funangebote bedeutend weniger Geld auf als die Bergbahnen Destination Gstaad AG.

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Marius Aschwanden

In der Skiregion Adelboden-Lenk sind rund 330'000 Franken für Freestyle- und Funangebote pro Jahr im Budget vorgese-hen (unterteilt auf die jeweiligen Bergbahnunternehmen). Das Aushängeschild ist der Gran Masta Park (GMP) am Brenggen mit Kickern, Rails und Boxen. Weiter gibt es einen Snowpark auf der Elsigenalp, drei Skicrossstrecken (Betelberg, Silleren, Elsigen), einen neuen «Playground Snow» auf der Tschentenalp (Mischung aus Skicross, Freestyle und Riesenslalom), eine Snow-Tubing-Bahn auf der Engstligenalp, drei Speed-Messstrecken und fünf Riesenslalomstrecken mit Zeitmessung. «Diese Anlagen sind für uns wichtig als attraktives Zusatzangebot sowie um neue, vorwiegend jüngere Gäste anzulocken. Ausserdem sind sie eine schöne Abwechslung für den Gast, besonders auch für Kinder», sagt Matthias Werren, Geschäftsführer der Skiregion Adelboden-Lenk. Deshalb werde auch jährlich an Verbesserungen dieser Angebote gearbeitet.

«Wir haben etwa ein neues, automatisches Startgate an der Skicrossstrecke am Betelberg montiert und im GMP zahlreiche Rails erneuert.» Im Sommer werde am Brenggen auch eine neue Beschneiungsanlage gebaut, «damit ein noch schnellerer Aufbau respektive eine noch bessere Qualität erreicht werden kann», so Werren.

Snowparks: Enorme Kosten

Die Jungfrau-Skiregion nimmt für Freestyle- und Funangebote noch weniger Geld in die Hand: Für das Teilgebiet First betrage das Budget 100000 Franken, für die Kleine Scheidegg rund 20'000 Franken. «First ist der Funberg mit über zehn Jahren Parkerfahrung», sagt Mediensprecherin Patrizia Pulver. Der Snowpark mit dem Namen White-element.ch ist in zwei Sektoren aufgeteilt, eine für Beginner und eine für Könner. Weiter existieren auf First eine Skicrossstrecke, temporäre Airbags, der First-Flieger sowie ein Fotopoint. Auf der Kleinen Scheidegg gibt es im Rahmen der Winnercard zwei Speed-Messstrecken, eine Skimovie-Anlage und einen Fotopoint. Das Gebiet Mürren-Schilthorn bietet ebenfalls einen Park, sei aber vor allem das Mekka der Freerider im Berner Oberland.

«Für die Parks gilt das Motto: halten auf qualitativ hohem Niveau. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss gut im Auge behalten werden. Parks verursachen enorme Kosten», sagt Pulver. Bei der Jungfrau-Winnercard gelte es, die Attraktionen weiter auszubauen. Pulver gibt aber zu bedenken: «Die Anzahl der Snowboarder ist rückläufig, jene der Freeskier leicht zunehmend. Beide Gruppen sind kaum organisiert. Sie suchen zwar solche Angebote wie Parks. Ihre Vorlieben sind jedoch schwer zu erfassen.» Wichtig sei deshalb, ein Gesamtangebot mit Freeridegebiet, passenden Verpflegungsmöglichkeiten und Après-Ski.

Nutzen infrage gestellt

In Meiringen-Hasliberg wurden die Freestyleangebote in den letzten Jahren abgebaut. Bis 2009/2010 wurde der Dedicated-Park betrieben. «Ein solcher Park, wie wir ihn über mehrere Jahre angeboten haben, kommt in Zukunft nicht mehr infrage. Die Kosten dafür sind – im Verhältnis zu der Nachfrage – zu hoch für ein Schneesportgebiet unserer Grösse», sagt der Marketingverantwortliche Ueli Hug.

Derzeit bieten die Bergbahnen einen Kids-Park an, der Kicker und kleinere Rails beinhaltet. Zudem besteht eine Skicrosspiste. Für den Betrieb dieser Anlagen stehen rund 35000 Franken zur Verfügung. «Ein Ausbau des Kids-Parks in einen Junior-Park ist für uns denkbar. Ebenso möchten wir am permanenten Skicross festhalten», so Hug. Die Freestyleangebote seien ein Bestandteil im Gesamtangebot, «nicht mehr und nicht weniger». Nur wenn ein Skiort voll auf die Karte Freestyle oder Fun setze, wie beispielsweise Laax oder Ischgl, würden diese Angebote auch zusätzliche Gäste anziehen, ist Hug überzeugt. In Meiringen-Hasliberg wolle man in Zukunft vermehrt auf Freerider setzen sowie das regionale Leistungszentrum im alpinen Skisport unterstützen.

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