Kommentar: Wer ist schuld am Spital-Debakel?

In Saanenmöser würde seit vergangenem Jahr ein neues Akutspital stehen, die nahe Notfall- und Gesundheitsversorgung wäre in der Region gewährleistet, und die Angestellten der Spitäler Saanen und Zweisimmen hätten weiterhin einen Job.

So sah es die STS AG im November 2007 vor. Heute ist klar: Es wird höchstwahrscheinlich kein Akutspital geben und auch keine Gesundheitszentren in Saanen und Zweisimmen. 155 begehrte Stellen sind futsch, wer ein gröberes Leiden hat, muss nach Thun oder Bern – ob Notfall oder nicht!

Wer trägt die Verantwortung für dieses Debakel? Die Spital STS AG kaum. Sie hat mehrere gangbare Lösungsvorschläge angeboten – sie lagen notabene über den finanziellen Möglichkeiten der AG.

Die rot-grüne Kantonsregierung auch nicht. Sie setzt lediglich um, was die bürgerliche Mehrheit im Parlament fordert: «Weniger Staat, weniger Steuern und mehr Marktwirtschaft.»

Das Volk vor Ort hat sich das Debakel selbst eingebrockt. Es muss auch für die im Obersimmental und Saanenland gern und viel gewählten bürgerlichen Politiker voraussehbar gewesen sein, dass die ehemaligen Spitäler auf Solidarität zwischen stark und schwach basierten. Eine nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführte Spital AG dagegen muss unter dem Kostendruck im Gesundheitswesen drastisch rationalisieren. Trotzdem wiegelten sie das Volk zum Protest gegen jeden Vorschlag der STS AG auf.

Bruno Stüdle, Chefredaktor BO

Mail: b.stuedle@bom.ch

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt