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Kandersteg bangt um die Kandidatur

Das Schweizer Sportparlament verweigerte einen Beitrag von 2 Millionen Franken für die ganzjährig nutzbare Sprungschanze in Kandersteg. Sportzentrum-Präsident Robert Rathmayr ist enttäuscht und lässt das weitere Vorgehen derzeit offen.

Vor dem freien Fall? Die Matten-Sprunganlage in Kandersteg.
Vor dem freien Fall? Die Matten-Sprunganlage in Kandersteg.
Markus Hubacher

«Ernüchtert und enttäuscht» sei er, sagte Robert Rathmayr nach dem negativen Entscheid des Sportparlaments vom Freitagabend in Ittigen. Der Präsident des Nationalen Nordischen Skizentrums Kandersteg meint damit vor allem die Enttäuschung über die Sommersportverbände, die gegen die Pläne im Berner Oberland votierten. «Es ist ein Tiefschlag auf dem Weg zum Ziel. Am Donnerstag werden wir den Entscheid analysieren. Wir müssen uns klar werden, wie viel Motivation fürs Weitermachen da ist.»

An der Kandersteger Gemeindeversammlung von Freitag ist eine Information dazu angekündigt. Fakt sei, dass einer von mehreren Partnern ausgestiegen sei. Es fehle dadurch ein Drittel der Investitionssumme. «Neben Übungsabbruch steht natürlich die Variante im Mittelpunkt, die Finanzierung mit anderen Partnern sicherzustellen», erklärt Optimist Rathmayr. Die Suche wird aber nicht einfach. 5,6Millionen Franken soll die ganzjährig nutzbare Schanze kosten.

Ogi kämpfte ohne Erfolg

Auch der Appell von Alt-Bundesrat Adolf Ogi nützte am Freitagabend nichts: Der Antrag des Skiverbands, 2 von benötigten 5,6 Millionen zu decken, wurde von Swiss Olympic, der Dachorganisation des Schweizer Sports, in Ittigen mit 193 zu 172 Stimmen abgelehnt. Nach dem Rücktritt von Simon Ammann benötige das Skispringen und die Nordische Kombination neue Impulse, und mit einem Nein des Sportparlaments würde der Tod dieser beiden wichtigen Wintersportarten eingeleitet, sagte Ogi.

Zuvor hatten sich unter anderen Barbara Moosmann, Geschäftsführerin Swiss Swimming, und Dora Andres, Präsidentin des Schweizer Schiesssportverbandes, gegen den Antrag gewandt. Moosmann befürchtete ein Präjudiz für die Zukunft. Andres verlangte Nichteintreten und eine intensivere Studie des Projekts. Das Nichteintreten wurde mit 194 zu 169 Stimmen abgelehnt.

Schlecht für Kandidatur

Urs Lehmann, der Präsident von Swiss-Ski, erklärte nach der Abstimmung: «Wir werden alles Mögliche versuchen, um doch noch eine Lösung für die Kandersteger Schanzen zu finden.» Adolf Ogi betrachtete das Abstimmungsergebnis als «schlechtes Signal für eine kommende Winterolympia-Kandidatur». Er beklagte die mangelnde Solidarität unter den Sportverbänden. Und auch Robert Rathmayr fragt sich, wie man in der Schweiz im selben Gremium über Olympische Winterspiele diskutieren könne und die dazu nötige Infrastruktur abblocke.

si/hsf

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