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Kameras funktionieren – Polizei prüfte Bildmaterial

Vor drei Monaten wurden an fünf Standorten in Thun Kameras für die Videoüberwachung installiert. Technisch funktionieren die Geräte einwandfrei und die Polizei prüfte in einem Fall Bildmaterial – vergeblich.

Kamera in der Oberen Hauptgasse: Seit drei Monaten funktioniert die Videoüberwachung in Thun.
Kamera in der Oberen Hauptgasse: Seit drei Monaten funktioniert die Videoüberwachung in Thun.
Patric Spahni

«Sie werden videoüberwacht.» Seit drei Monaten weisen blaue Schilder mit diesem Text und einem Kamerasymbol darauf hin, dass die Stadt Thun die Umgebung von fünf Bereichen mit Kameras filmt – und zwar in der Unteren und Oberen Hauptgasse, im Stauffergässli, beim Coop Kyburg und bei der Abdankungshalle des Schorenfriedhofs. Peter Siegenthaler (SP), als Gemeinderat in Thun für die Sicherheit zuständig, zieht eine erste Bilanz und sagt: «Bis jetzt läuft in Sachen Videoüberwachung alles wie geplant.» Zu Beginn sei die Bildqualität nicht optimal gewesen – diese technischen Probleme seien aber von der Firma, welche die Kameras installierte, behoben worden. «Die Kantonspolizei hat uns bestätigt, dass die Qualität der Aufnahmen sehr gut ist», führt Siegenthaler aus.

Keine Vandalenakte

«Sehr erfreulich» ist für den Thuner Sicherheitsvorsteher, dass Vandalenakte bis jetzt ausblieben: Es wurden keine Kameras manipuliert, demoliert oder demontiert. Rückmeldungen aus der Bevölkerung habe er nur wenige erhalten – wobei sich Befürworter und Gegner der Videoüberwachung etwa die Waage gehalten hätten. «Eigentlich hat sich die ganze Geschichte sehr stark beruhigt», resümiert Siegenthaler. Dies, nachdem im Vorfeld der Installation der Kameras etwa Sprayereien und Symbolbilder gegen die Überwachung in Thun aufgetaucht waren.

Einmal Bilder ausgewertet

Die Bilder der Videokameras werden bei der Stadtverwaltung im Thunerhof gespeichert und nach spätestens 100 Tagen gelöscht. Von der Stadt darf aber niemand auf die Aufnahmen zurückgreifen: Einzig die Kantonspolizei kann bei einem konkreten Vorfall eine Auswertung vornehmen – und dafür die entsprechende zeitliche Sequenz verlangen. «Wir haben bisher in einem Fall Daten gesichtet», sagt Corinne Müller, Sprecherin der Kantonspolizei Bern. Dabei habe es sich um eine Schlägerei unter mehreren Personen gehandelt. Der Sachverhalt habe aber durch die Videobilder nicht geklärt werden können. Genauere Details – etwa von welcher Kamera die Bilder stammten – könnten vor dem Hintergrund des noch nicht abgeschlossenen Falles nicht gemacht werden.

Keine Verlagerung festgestellt

Eine Befürchtung der Kameragegner war, dass sich die Brennpunkte in Thun durch die Videoüberwachung einfach verlagern. «Bis jetzt haben wir keine Feststellungen in diese Richtung gemacht», sagt Peter Siegenthaler. Er sei sich aber bewusst, dass «wir nicht die aussagekräftigste Jahreszeit haben»: Es seien nachts aufgrund der Kälte sehr wenig Leute auf der Gasse unterwegs. Deshalb ist für ihn klar: «Wir behalten diesen Aspekt im Auge.» Auch die Kantonspolizei hat bisher laut Corinne Müller keine Verlagerung festgestellt. Für eine generelle Einschätzung der Lage sei es aber noch zu früh.

Siegenthalers Fazit sieht wie folgt aus: «Ich hoffe, der derzeitige Zustand hält an und dass die präventive Wirkung der Kameras greift.» Es sei klar, dass dies sehr schwierig nachzuweisen sein werde. «Aber wir haben die Kameras auch nicht auf ewige Zeiten installiert. Nach zwei Jahren nehmen wir eine saubere Auswertung vor.»

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