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Integration in Thun macht Sprung vorwärts

Ein neues Angebot für Migrantinnen, Behörden, Organisationen und Privatpersonen: Die Stadt Thun eröffnet am 23.November ein Kompetenzzentrum für Integration. Dies als Ergänzung zur Fachstelle Integration im Thunerhof.

Austausch der Kulturen: Frauen mit verschiedener Herkunft unterhalten sich in der Frouebrügg in Thun. Der multikulturelle Treff ist eines der Angebote an der Schubertstrasse 10, wo auch das neue Kompetenzzentrum für Integration angesiedelt wird.
Austausch der Kulturen: Frauen mit verschiedener Herkunft unterhalten sich in der Frouebrügg in Thun. Der multikulturelle Treff ist eines der Angebote an der Schubertstrasse 10, wo auch das neue Kompetenzzentrum für Integration angesiedelt wird.
Patric Spahni

Informationen vermitteln, Projektträgerschaften beraten oder Akteure des Migrations- und Integrationsbereichs vernetzen: «Das neue Kompetenzzentrum für Integration im Thuner Seefeldquartier, kurz KIO genannt, ist eine Scharnier-, Anlauf- und Koordinationsstelle für neu eingereiste Migrantinnen und Migranten», schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung. Das KIO wird in den Gebäuden an der Schubertstrasse 10 integriert. Diese werden bereits von Integrationsangeboten genutzt, wie etwa die multikulturelle Frauenbrücke und die interkulturelle Bibliothek Biblios.

Das KIO steht sowohl Gemeinden wie auch Personen und Organisationen offen, die sich freiwillig, beruflich oder privat für Integrationsanliegen engagieren. «Vorerst wird die Dienstleistung für die Agglomeration Thun geleistet, später voraussichtlich auch für das ganze Berner Oberland», steht weiter.

Bestehendes erweitern

«Nach der Schliessung des Ausländerhauses an der Allmendstrasse vor knapp zehn Jahren haben wir gehofft, an der Seestrasse im ehemaligen Durchgangszentrum ein Begegnungszentrum einrichten zu können», ergänzt der Integrationsbeauftragte der Stadt Thun auf Anfrage. Doch dieses Vorhaben sei auf Grund der Aufgabenverzichtsplanung im Budget gestrichen worden. Die Liegenschaft wird nun für das Jugendprojekt Kohlenweiher genutzt (wir berichteten). «Bei der Suche nach einer Lösung hat sich die ausgebaute Nutzung der Räume an der Schubertstrasse 10 anerboten», erklärt Fred Hodel. So würden die im Leitbild der Stadt vorgesehenen Integrationsziele und -angebote zwar langsam, aber doch erreicht werden können.

Diese Ziele beschränken sich nicht nur auf Thun. Das Bundesamt für Migration legte für die Integrationsförderung in den Jahren 2008 bis 2011 Schwerpunkte fest. Einer davon ist die Einrichtung von Kompetenzzentren in den Regionen. Im Kanton Bern gibt es bis heute solche Angebote in Bern, Biel, Burgdorf und Langenthal. Der zusätzliche jährliche Aufwand für die Erweiterung des bestehenden Angebots wird durch den Bundesbeitrag von 24000 Franken weitgehend abgedeckt. «Für die Stadt entstehen keine zusätzlichen Kosten», erläutert der Integrationsbeauftragte. Geführt wird das neue Zentrum durch die Fachstelle Integration der Stadt Thun.

Bereits viele Aktivitäten

«Die bewährten Angebote wie die Frauenbrücke, Biblios oder die Deutschkurse von Heks haben den Standort im Seefeld seit langem zu einem Integrationszentrum werden lassen», schreibt die Stadt. Ebenfalls bereits vorhanden sind die Aktivitäten des mit dem Trudi-Schlatter-Preis ausgezeichneten Vereins Tages-Aupair. Dieser vermittelt Migrantinnen und Familien Tages-Aupairs und unterstützt sie dabei, ein Verhältnis der gegenseitigen Hilfeleistung herzustellen. Zudem führt La Leche Liga Stillberatungen durch, und ausländische Organisationen wie der Mesopotanische Kulturverein, die tamilische Arbeitsgruppe oder die Kommission für Integration nutzen die Räume für ihre Aktivitäten.

Die Eröffnungsfeier des Kompetenzzentrums für Integration findet am 6. November ab 19 Uhr statt und ist öffentlich. «Vorerst wird Lilian Bodmer von unserem Team häufig vor Ort sein und Beratungen nach Absprache durchführen», erklärt Hodel. Jeder Beitrag zur Integration fördere ein entspannteres und problemloseres Nebeneinander Menschen verschiedener Herkunft und das Verständnis der hiesigen Gepflogenheiten. «Ab Januar wird das KIO regelmässige Öffnungszeiten haben», erklärt Hodel. «Wir werden sie anhand der ersten Erfahrungen festlegen.»

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