Initiative soll Projekt Alpenbad in Gang bringen

Adelboden

Das Projekt Alpenbad in Adelboden kommt nicht vom Fleck – das zumindest ist der Eindruck der Öffentlichkeit. Das nervt Christian Oester. Er reagiert mit einer Initiative und potentiellen Interessenten.

Das Nevada-Areal in Adelboden, auf dem nach wie vor der Bau des Alpenbades geplant ist – rechts das Hotel Steinmattli.

Das Nevada-Areal in Adelboden, auf dem nach wie vor der Bau des Alpenbades geplant ist – rechts das Hotel Steinmattli.

(Bild: Corina Kobi)

Anfang Juli bestätigte die Swiss Spa Group Gespräche mit vier Interessenten für das Alpenbad Adelboden, dabei sei auch eine Schweizer Unternehmung. Doch die Unsicherheit, ob das für den Tourismusort so wichtige Hotel- und Bäderprojekt von über 100 Millionen Franken realisiert wird, ist weiterhin vorhanden. Dies passt Christian Oester, dem früheren Mit-Inhaber von Oester Sport, «schon lange nicht mehr», wie er bekräftigt. «Ich bin absolut nicht gegen das Alpenbad. Mich beschäftigt aber, dass so lange nichts passiert und das schöne Nevada-Areal brach liegt. Der ursprüngliche Hotwater-Verein wurde ja vor 17 Jahren gegründet. Ob heute das Alpenbad so noch realistisch ist?»

Da die Baubewilligung für das Alpenbad im letzten Herbst um zwei Jahre verlängert wurde, sind andere Absichten und Ideen auf dem gemeindeeigenen Areal blockiert. Oester hat deshalb eine Gemeindeinitiative gestartet. Damit beauftragt er den Gemeinderat, der verlängerung der Baubewilligung nicht noch einmal zuzustimmen. Nach deren Ablauf im November 2014 sei der vorzeitige Heimfall herbeizuführen. «So wird entweder der Bau des Alpenbades begonnen oder das Terrain freigemacht und neue Ideen erhalten eine Chance», begründet Oester den Druck, der so aufgebaut wird.

315 Unterschriften

Und sein Anliegen stösst auf Interesse. «Innert fünf Tagen habe ich über 300 Unterschriften gesammelt», sagt der Initiant. Total 315 Unterschriften hat er der Gemeinde übergeben, 260 wären nötig gewesen. «Ich habe am Adelboden-Märit viele Leute angesprochen, quer durch alle Schichten. Mir ist wichtig, dass die Initiative breit abgestützt ist, sowohl im als auch ausserhalb des Dorfes.» Die eingereichten Unterschriften werden jetzt geprüft und der Gemeinderat bestimmt ein Datum, an dem die Adelbodner Stimmbürger darüber befinden können – Oester wäre es recht, wenn es bereits mit den Wahlen im November möglich wäre. «Innert acht Monaten muss dies passieren.

Es wird eine Urnenabstimmung geben», erklärt Gemeindeschreiberin Jolanda Lauber das weitere Vorgehen. Bauverwalter Markus Inniger präzisiert auf Anfrage, dass die Bewilligung für das Alpenbad vom Statthalter verlängert wurde und formell gemäss kantonalem Baugesetz nicht nochmals verlängert werden kann.

Holländische Interessenten

Ohne Absicherung hat Christian Oester die Initiative nicht gestartet: Aufgrund persönlicher Bekanntschaften hat er Kontakt zur Firma Dormio Leisure Development BV erhalten. Diese hat mit der First Projektmanagement AG die Tochterfirma Oberried Projekte AG gegründet und plant derzeit ein Resort auf dem Hamberger-Areal in Oberried am Brienzersee. «Die Firma zeigt Interesse an Adelboden – am Nevada-Areal, auf dem das Alpenbad geplant ist», sagt Oester. Die Rede ist von einem Appartement-Hotel mit öffentlichem und ganzjährig nutzbarem Bad. «Letzteres ist ja eigentlich die Ursprungsidee, deshalb gehört das in ein Projekt auf diesem Land.»

In der Schweiz vertritt Guido van Hoogdalem die Interessen der holländischen Gesellschaft. «Ich kenne das Alpenbad-Projekt und wir hatten auch Kontakt mit Herrn Oester», sagte van Hoogdalem am Mittwoch auf Anfrage. Interesse an Projekten habe er immer, betonte er und wies darauf hin, dass er derzeit rund 60 Projekte in der Schweiz auf dem Bürotisch liegen habe und erklärt abschliessend: «Priorität geniesst unser Vorhaben am Brienzersee und nicht Adelboden.»

Berner Oberländer

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