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Hotelruine darf abgerissen werden

Die seit 40 Jahren leerstehende Dépendance des früheren Hotels Schweizerhofs in Interlaken soll endlich abgerissen werden können.

Die Dependance (rechts) des Hotels Schweizerhof liegt nur einen Steinwurf vom Grand Hotel Victoria-Jungfrau entfernt. Die Hotelruine soll nun abgebrochen werden.
Die Dependance (rechts) des Hotels Schweizerhof liegt nur einen Steinwurf vom Grand Hotel Victoria-Jungfrau entfernt. Die Hotelruine soll nun abgebrochen werden.
Hans Urfer

Das bernische Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde von Helvetia Nostra abgewiesen und damit den Weg frei gemacht für den Abbruch des historischen Gebäudes.

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen: Die Stiftung von Franz Weber kann das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen. Ihrer Meinung nach müsste das Gebäude, das als schützenswertes Baudenkmal eingestuft ist, zumindest teilweise erhalten und saniert werden.

Anders sieht es das Verwaltungsgericht, wie aus dem am Montag publizierten Urteil hervorgeht. Für die heutige Besitzerin der Liegenschaft am Höheweg - die Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG - gebe es «kein wirtschaftlich tragbares Szenario für die Sanierung der Dépendance».

Die 1901 erbaute Dépendance wird im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz erwähnt. Nach Meinung von Experten steht sie für eine bestimmte Tourismus-Epoche im Berner Oberland, als es immer weniger vermögende Individualreisende gab, dafür aber mehr Gäste aus der Mittelschicht.

Die Dépendance mit ihren Familienappartements, kleineren und billigeren Zimmern richtete sich an Touristen der Mittelklasse. Das Hotel konnte so ein neues Gästesegment erschliessen.

Jahrelanges Hin und Her

1971 wurde das noble Hotel Schweizerhof Opfer eines Brandes. Ein Übergriff der Flammen auf die Dépendance konnte zwar verhindert werden, doch die Wiederbelebung des Nebengebäudes gelang nicht. Seit 40 Jahren steht das Haus leer und zerfällt zunehmend.

Schon vor 20 Jahren gab die Gemeinde Interlaken grundsätzlich grünes Licht für einen Abbruch - allerdings unter der Bedingung, dass ein neues Hotel an gleicher Stelle gebaut wird.

1994 erwarb die Grand Hotel Victoria-Jungfrau AG die Liegenschaft. Ihr lag damals eine rechtskräftige Abbruchbewilligung vor, weshalb sie kaum noch in den Unterhalt investierte. Doch 1996 sprach sich die kantonale Denkmalpflege gegen einen «Abbruch auf Vorrat» aus.

Jahrelang geschah nichts, bis die Eigentümerin 2003 ein neues Abbruchgesuch stellte. Die Gemeinde beschied, ein Rückbau komme erst in Frage, wenn sich dieser für eine gesamtheitliche Neuüberbauung der Parzelle aufdrängen sollte.

Wieder zogen die Jahre ins Land, bis die Grand-Hotel Victoria-Jungfrau AG 2010 einen weiteren Anlauf unternahm. Ein neues Hotelprojekt gibt es nicht, das Terrain soll begrünt werden. Dieses Abbruchgesuch hat nun zumindest die Hürde Verwaltungsgericht genommen.

SDA/mas

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