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Hooligan-Konkordat: Kein Aktionismus in Thun

Am Sonntag empfängt der FC Thun den FC Basel. Es ist eines jener Hochrisikospiele, bei denen die Stadt künftig dank dem Hooligan-Konkordat Auflagen verfügen kann. Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) im Interview.

Protest der Thuner Fans gegen das Ja zum Konkordat: Beim Heimspiel gegen Sion zündeten sie Pyros, zeigten ein Transparent und liessen ausserhalb des Stadions Feuerwerk steigen.
Protest der Thuner Fans gegen das Ja zum Konkordat: Beim Heimspiel gegen Sion zündeten sie Pyros, zeigten ein Transparent und liessen ausserhalb des Stadions Feuerwerk steigen.

Peter Siegenthaler, wie lebt es sich als Buhmann?Peter Siegenthaler: Eigentlich recht gut. Wenn der Buhmann derjenige ist, der 78 Prozent der Bevölkerung repräsentiert, dann lässt es sich gut leben.

In Fankreisen haben Sie sich als klarer Befürworter des Hooligan-Konkordats allerdings unbeliebt gemacht. Ich trat an diversen Podien auf – auch bei jenem der Fangruppierungen des FC Thun. Das waren gute Begegnungen. Im ganzen Abstimmungskampf bin ich nie einem Hooligan begegnet – jeder sagte, er gehöre nicht zu denen, fast jeder hat Gewalt verurteilt. Die Frage, die ich immer stellte: Es gibt andere hochemotionale Sportarten – warum haben wir dort die Probleme nie im gleichen Ausmass wie im Fussball? Diese Frage blieb offen. Letztlich ist es ein Kräftemessen von zwei Clubs – dass dieses mit einem derartigen Polizeiaufgebot gesichert werden muss, damit 3 Prozent renitente Fans voneinander getrennt werden können, das begreife ich nicht. Und offenbar begreifen es mindestens 78 Prozent derjenigen, die abstimmten, auch nicht. Ich anerkenne den volkswirtschaftlichen Nutzen des Fussballs, aber die andere Seite darf man nicht ausblenden. Und für diese fühle ich mich vor allem zuständig und verantwortlich.

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