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Hochwasserschutz: Das ist am Chalberhönibach neu geplant

Das schwere Gewitter im Chalberhönital vom 10.Juli 2010 mit den enormen Hochwasserschäden im Rüebeldorf ist in Saanen in bester Erinnerung. Und man reagiert.

Oeyetliwegbrücke: Die Querung  wird abgerissen und bachabwärts neu gebaut sowie die Uferböschung erhöht.
Oeyetliwegbrücke: Die Querung wird abgerissen und bachabwärts neu gebaut sowie die Uferböschung erhöht.
Fritz Leuzinger
Rüebeldorfbrücke: Das Durchflussprofil für den Chalberhönibach ist zu gering. Der Brückenkörper soll angehoben und verbreitert werden.
Rüebeldorfbrücke: Das Durchflussprofil für den Chalberhönibach ist zu gering. Der Brückenkörper soll angehoben und verbreitert werden.
Fritz Leuzinger
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Das Hochwasserschutzkonzept des Chalberhönibaches ist in zwei Ausbauetappen unterteilt. Der erste Teil war der Bau eines Geschiebesammlers oberhalb des Siedlungsgebietes Rüebeldorf.

Bruno Beetschen, Fachleiter Infrastrukturen der Einwohnergemeinde Saanen, sprach von einem Jahrhunderthochwasser im Juli 2010: «Der Chalberhönibach überschwemmte das Rüebeldorf mit grossen Mengen Geröll, Schlamm und Holz. Gebäude und ihre Infrastrukturen wie Kanalisation etc. wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Strasse ins Chalberhöni war längere Zeit unbefahrbar. Der bereits erstellte Geschiebesammler war eine Sofortmassnahme.»

Zwei Projekte – eine Einheit

Die nun vorliegende zweite Ausbauetappe ist in ihren Grundstrukturen zweigeteilt. Beide Teilprojekte bilden jedoch eine funktionale Einheit und liegen bis zum 15.Mai bei der Gemeindeverwaltung von Saanen zur Einsicht auf. Für den Wasserbauplan zum Ausbau des Chalberhönibachs ist die Saaner Schwellenkorporation zuständig. Die Überbauungsordnung mit Baubewilligung umfasst den Ausbau der Gemeindestrasse mit Brückenneubauten und obliegt der Einwohnergemeinde.

Dem technischen Bericht zum Wasserbauplan ist zu entnehmen, dass für das Gemeindegebiet Rüebeldorf ein beträchtliches Schutzdefizit besteht. Der bereits erstellte Geschiebe- und Schwemmholzsammler oberhalb des Rüebeldorfes hat ein Rückhaltevolumen von 9200 Kubikmetern. Die Sicherung und der Ausbau des Chalberhönibaches von der Saane bis zum Sammler sind mit der zweiten Ausbauetappe geplant. Zum einen wird die Bachsohle abgesenkt und zum andern die Uferböschung beidseitig erhöht. Damit werden die Uferschutzzonen besser gesichert. Dazu wird der Bereich der Mündung des Chalberhönibaches in die Saane, unterhalb der neuen Oeyetliwegbrücke, breiter gemacht. Vorgesehen sind zudem Anpassungen der Längsgefälle der Bäche.

Zwei neue Brückenkörper

Die Überbauungsordnung umfasst den Abriss und die Versetzung der Brücken Oeyetliweg und Rüebeldorf. Beide weisen zu geringe Durchflussprofile auf. Die Oeyetliwegbrücke wird gegen die Saane hin verschoben und hat auch Strassenanpassungen zur Folge. Der Brückenkörper der fast 800 Meter bachaufwärts liegenden Rüebeldorfbrücke wird den aufgestellten Profilen entsprechend erhöht und verbreitert. Die Strassenzufahrten, vorgesehen für Lastwagen und Cars, werden der neuen Brückenhöhe angepasst. Die Realisierung ist ab Winter 2015/2016 bis Winter 2017/2018 vorgesehen. Der Brückenneubau mit dem Ausbau der Gemeindestrassen sollte gleichzeitig mit den Wasserbaumassnahmen ausgeführt werden.

Fachleiter Beetschen: «Das Hochwasserschutzprojekt wird vom Oberingenieurkreis 1 begleitet. Die geplanten Massnahmen am Chalberhönibach bieten den Gebäuden einen verbesserten Schutz bei ähnlichen Ereignissen.» Beetschen stellte weiter fest: «Etwa 30 bis 40 Eigentümer im stark bebauten Gemeindegebiet werden mit dem Massnahmenpaket konfrontiert. Einzelne wollen Schutz, sie tun sich aber schwer damit, Land abzutreten.»

Kosten von 7,41 Millionen

Die Umsetzung vom Wasserbauplan und von der Überbauungsordnung wird insgesamt 7,41 Millionen Franken kosten. Für die Schwellenkorporation belaufen sich die Kosten auf 5,78 Millionen. Der Versammlung der Einwohnergemeinde vom 19.Juni liegt zur Überbauungsordnung Hochwasserschutz Rüebeldorf ein Kreditbegehren von 1,63 Millionen vor. Dieses ist hauptsächlich für die Brückenneubauten sowie für die Strassenanpassungen und deren Sicherung.

Berner Oberländer/Fritz Leuzinger

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