Historisches Jodlerfest trotz harzigem Start

Interlaken

Auf Petrus war während des viertägigen Eidgenössischen Jodlerfests in Interlaken nicht immer Verlass. Die grossen Festakte konnten aber problemlos im Freien stattfinden. Bundesrat Johann Schneider-Ammann sprach von einem historischen Moment.

  • loading indicator

Auf Petrus war während des viertägigen Eidgenössischen Jodlerfests in Interlaken nicht immer Verlass. Die grossen Festakte konnten aber problemlos im Freien stattfinden. Bundesrat Johann Schneider-Ammann sprach von einem historischen Moment.

«Liebe Jodlerinnen und Jodler, liebe Alphornbläserinnen und Alphornbläser, liebe Fahnenschwinger - und liebe Frau Fischbacher», sagte Schneider-Ammann am Festakt vom Sonntag zur Begrüssung. Er würdigte damit Erna Fischbacher, die erste Fahnenschwingerin, die sich für ein Eidgenössisches qualifiziert hatte.

Diese Premiere sei ein historischer Moment, hielt Schneider- Ammann fest und erntete Applaus von den Anwesenden auf der grossen Höhematte mitten im Berner Oberländer Ort. Der Volkswirtschaftsminister hob zudem die rekordhohe Beteiligung der jugendlichen Teilnehmer hervor. Das Motto «Jugend und Tradition» sei treffend gewesen.

Nach dieser Festansprache wurde die Nationalhymne angestimmt. Musicaldarsteller Sergio-Maurice Vaglio sang die erste Strophe vor, danach stimmten die Anwesenden auf den Tribünen und um das Festgelände ein. Vorsorglich hatten die Organisatoren den Text ins Programmbüchlein drucken lassen.

Nach der Fahnenübergabe trug das Jodel-Chörli des Organisationskomitees sein eigens für den Anlass komponierte Lied vor. Neben Jodelgesängen weiterer Chöre gab es auch Alphornklänge sowie Blas- und Ländlermusik zu hören.

Auftakt verregnet

Wegen des Regenwetters waren bis Samstag weniger Besucher nach Interlaken gepilgert als erwartet. Schon der Start am Donnerstagabend sei schwer gewesen, sagte Christoph Seiler, Finanzchef des Jodlerfests 2011, vor den Medien.

Am Freitagnachmittag schien während der offiziellen Eröffnungsfeier mit dem Überflug einer PC-7-Staffel zwar noch die Sonne. Danach setzte aber der Regen ein. Trotzdem strömten am Samstag rund 55'000 Personen nach Interlaken.

«Wir sind dann in Fahrt gekommen», sagte Seiler. Ab dem Samstagnachmittag fanden sich nämlich dank des besseren Wetters immer mehr Menschen auf dem «Jodlerdörfli» mit seinen unzähligen Festzelten und Imbissständen ein. Dort gab es am Abend kaum noch ein Durchkommen.

Der grosse Festumzug zum Abschluss fand am Sonntag bei strahlend schönem Wetter statt. Die 50 verschiedenen Sujets begeisterten die Zuschauer, die farbenprächtige Trachten, waghalsige Fahnenschwinger- Akrobatik und Alphörner aller Grössen zu sehen bekamen.

Die Organisatoren hatten ursprünglich auf rund 200'000 Besucher während der vier Tage gehofft. Trotz des anfänglichen Wetterpechs bezeichneten die Verantwortlichen das Fest als gelungen.

Hohe Qualität

So sei auch das Niveau an den Wettvorträgen hoch gewesen. Von den rund 860 Jodelvorträgen hätten knapp 56 Prozent die Bestnote 1 erhalten.

Immer wieder hatten sich während der vier Tage spontan Jodler- Chörli auf und neben dem Festgelände für ein Ständchen eingefunden. Vor allem auch die zahlreichen Touristen der Bödeliregion freuten sich über Alphornklänge, Jodelgesänge und Fahnenschwinger auf den Interlakner Strassen und Plätzen.

11'000 Aktive nahmen am 28. Eidgenössischen Jodlerfest teil, darunter auch Formationen von Auslandschweizern aus Kanada, USA, Neuseeland und Australien. Sogar aus Japan und Südkorea waren Teilnehmer angereist.

chh/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt