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Heinz Gerber tritt wegen «Daniel Schwarz und dessen Frau» zurück

Zoff bei der SVP Steffisburg: Präsident Heinz Gerber schiesst gegen Wahlleiter Daniel Schwarz und dessen Ehefrau Elisabeth. Weil die beiden «das Fass zum Überlaufen» gebracht hätten, trete er auf Ende September zurück.

In zwei Monaten wählen die Steffisburgerinnen und Steffisburger den Gemeinderat und den Grossen Gemeinderat neu. Und ausgerechnet jetzt, in der heissen Phase des Wahlkampfs, tritt Heinz Gerber (Bild links), Präsident der örtlichen SVP-Sektion, zurück. Was ist passiert? «Als Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, uns am 15. September besuchte, legte der Wahlausschuss das Programm für den Abend fest. Doch jemand änderte den Ablauf. Ich fragte Wahlausschussleiter Daniel Schwarz danach per Mail, wer dies getan habe und warum», sagte Gerber gestern auf Anfrage. Die beiden trafen sich im Rahmen einer ausserordentlichen Vorstandssitzung; doch die Wogen zu glätten, gelang ihnen nicht. «Schwarz und seine Frau Elisabeth warfen mir Arroganz und fehlenden Anstand vor und unterstellten, ich würde meine Arbeit als Präsident nicht gut genug machen.» Er, Gerber, sei nicht bereit, «das Wohl und die Erfolge der SVP-Sektion Steffisburg den Machtgelüsten einer einzigen Politikerin und ihrem Anhang zu opfern», schrieb er gestern wörtlich in einer Medienmitteilung. Er trete deshalb auf den 30. September zurück, «da ich von nur sehr wenigen Vorstandsmitgliedern eine aktive Unterstützung feststellen konnte.» Allerdings bleibe er Parteimitglied, GGR-Präsident und Kandidat bei den Gemeindewahlen. «Nein, ich habe keine Angst, dass ich der SVP im Hinblick auf die Wahlen schade», sagte Gerber auf die entsprechende Frage dieser Zeitung. Mit seiner Vorwärtsstrategie wolle er vielmehr Transparenz schaffen, weil die Angelegenheit früher oder später ohnehin an die Öffentlichkeit gelangt wäre.

Was sagten die Adressaten von Gerbers Breitseite? «Heinz Gerber stellte mir seine Frage per Mail in einem verhörmässigen Ton. Weil ich als Landwirt nicht immer am Computer sitzen und alle Mails sofort beantworten kann, stellte er mir in einer zweiten Nachricht ein Ultimatum für die Beantwortung seiner Fragen», sagte Daniel Schwarz (Bild) gestern. «Es stimmt, ich habe ihm daraufhin Arroganz und fehlenden Anstand vorgeworfen», bestätigte Schwarz. «Sein Rücktritt erstaunt mich nicht. Mit Kritik konnte er noch nie umgehen.»

Gerbers Breitseite gegen das Ehepaar dürfte an vielen Orten zu reden geben – denn Daniel und Elisabeth Schwarz sind keine Nobodys, sondern seit Jahren politisch und gesellschaftlich aktiv und damit weit herum bekannt: Er war lange Feuerwehrkommandant, sie politisiert seit Jahren im GGR Steffisburg und im Grossen Rat und ist Mitglied verschiedener Kommissionen und Interessengruppen. «Heinz Gerber fühlt sich übergangen, weil ich auf der Liste für die Gemeindewahlen vor ihm aufgeführt bin», sagte Elisabeth Schwarz (Bild) gestern. Sie liess durchblicken, dass Gerber als SVP-Ortspräsident kritikunfähig und beratungsresistent sei und bei Widerständen schon öfter mit seinem Rücktritt gedroht habe.

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