Hat das Thunfest-OK ein Nachwuchsproblem?

Thun

Der Vorstand des Thunfestes hatte in den letzten Monaten mehrere Rücktritte zu bewältigen und der Nachwuchs fehlt. Der OK-Präsident Matthias Harte nimmt Stellung zum Vorwurf.

Matthias Harte, OK-Präsident des Thunfestes.

Matthias Harte, OK-Präsident des Thunfestes.

(Bild: Markus Hubacher)

Matthias Harte, hat der Vorstand Thunfest sein Nachwuchsproblem verschlafen?
Matthias Harte: Das ist ein Vorwurf, den sich der Vorstand ein Stück weit gefallen lassen muss. Jedoch: Letztlich kann er nichts dafür, wenn sich Leute in der obersten Führung kurzfristig zurückziehen. Ich bat den Vorstand bereits vor einigen Monaten, das Problem anzugehen. Das gestaltete sich aber leider schwieriger als erhofft. Im Moment sind wir jedenfalls dran, den Verein umzuorganisieren, um mit einer neuen Struktur in die Zukunft zu gehen.

War es nicht zu riskant, bei der Planung des diesjährigen Festes auf einen erweiterten eintrittspflichtigen Perimeter zu zählen, der noch gar nicht bewilligt ist?
Nein. Wir haben frühzeitig Gespräche mit Sicherheitskräften geführt. Dabei erhielten wir positive Signale, dass dem grösseren Perimeter aus sicherheitstechnischer Sicht nichts im Weg stehen sollte. Umso mehr fielen wir aus allen Wolken, als die Stadt zu einem späteren Zeitpunkt gegenteilige Signale aussendete. Und wohlgemerkt: Einen definitiven Entscheid haben wir bis heute nicht erhalten, obwohl wir die Stadt bereits im Februar über unser Anliegen in Kenntnis setzten und Anfang April ein konkretes Gesuch einreichten.

Ist es Aufgabe der Stadt, die Rahmenbedingungen für ein «privat» organisiertes Fest zu schaffen?
Unser Fest heisst ‹Thun›-fest. Die Stadt Thun wird seit jeher mit dem Fest identifiziert. Aber es ist so, wir sind ein Non-Profit-Verein, der das Fest auf eigenes Risiko organisiert. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ein weit reichender Support der Stadt da sein muss.

Ist er das nicht?
Doch. Wir haben sogar Vertreter der Stadt im OK. Aber wir würden uns ein klareres Bekenntnis wünschen. Der finanzielle Beitrag der Stadt ist zum Beispiel faktisch ein Rabatt auf die Leistungen, die wir bei ihr einkaufen, kein Sponsoring. Momentan wird allerdings verschiedentlich versucht, das auf einen Disput zwischen Stadt und Verein Thunfest zu reduzieren. Der ist ganz klar nicht vorhanden. Wir sind Partner. Aber in einer Partnerschaft darf und muss man auch Bedürfnisse anmelden. Auf beiden Seiten. Wie geht es nach einem allfälligen Rücktritt von Vereinspräsident Niklaus Schönholzer weiter?
Ich persönlich wünsche ihm einen würdigen Abgang. Ich fände es schade, wenn er in einem Jahr aufhört, in dem ausnahmsweise kein Thunfest stattfindet.

Dann gibt es 2015 ein Thunfest?
Natürlich. Das war und ist ganz klar das Ziel. Wir reorganisieren die Führung und holen junge Leute rein.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt