«Härzbluet»-Verein sammelt Geld für den FC Thun

Fussball

Der Thuner Super-League-Club ist finanziell alles andere als auf Rosen gebettet. Unter dem blumigen Vereinsnamen «Härzbluet für üse FC Thun» will eine Gruppe Fans jetzt Geld sammeln.

Mit Herzblut für den FC Thun: (v.l.) Ruedi Balmer, René Bürki, Luki Frieden, Guido Feller und Silvan Egger vom Verein «Härzbluet für üse FC Thun».

Mit Herzblut für den FC Thun: (v.l.) Ruedi Balmer, René Bürki, Luki Frieden, Guido Feller und Silvan Egger vom Verein «Härzbluet für üse FC Thun».

(Bild: Patric Spahni)

Eigentlich wollte Luki Frieden die Fussballfans bloss aufrütteln, zum Nachdenken anregen. Die Nachrichten über die finanziellen Sorgen und Nöte des hiesigen Superligisten verleiteten den Regisseur und langjährigen FC-Thun-Fan dazu, auf der Social-Media-Plattform Facebook einen Eintrag zu verfassen. Der Inhalt: Wenn jeder in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Thun» 50 Franken beisteuert, wird die so entstehende Fangruppe Hauptsponsor des FC Thun. Damit löste Frieden einen regelrechten Sturm von Reaktionen aus. «Die Solidarität war riesig. Viele fanden: Das ist eine Super-Idee – ich bin sofort dabei.»

Und so formierte sich eine Gruppe Gleichgesinnter, die sich im realen Leben noch nie begegnet waren, lancierte die Facebook-Seite «Härzbluet für üse FC Thun», die mittlerweile 430 Mitglieder hat – und hob kurzerhand den gleichnamigen Verein aus der Taufe. Erster Präsident: Luki Frieden. «Wir haben ein tollkühnes Ziel: Mehrere 1000 Fans machen im Verein mit, zahlen 50 Franken pro Passivmitglied und 100 Franken oder mehr pro Aktivmitglied», beschreibt der 41-Jährige die Vision der Initianten.

Das Geld soll dem FC Thun helfen, finanziell schwierige Zeiten zu überstehen. Dass die Vereinseinkünfte wirklich für den vorgesehenen Zweck verwendet werden, ist in den Statuten verankert: «Die Mittel des Vereins (...) werden nicht gewinnorientiert vollumfänglich dem FC Thun zur Verfügung gestellt.» Ausnahmen sind etwa Ausgaben für Portogebühren – solche Kosten sind so tief wie möglich zu halten. Auch das ist in den Statuten vermerkt.

Heimlicher Hauptsponsor?

In welchen Abständen Geld überwiesen wird, entscheidet der Vorstand. Dieser besteht nebst Frieden aus Vizepräsident Ruedi Balmer, Finanzchef Guido Feller, Sekretär Silvan Egger und den Beisitzern Daniela Srikumar und René Bürki – allesamt eingefleischte Thun-Fans.

«Wichtig ist: Die Initiative kommt nicht vom FC, sondern aus der Bevölkerung. Wir wollen ein Zeichen setzen – wir sind da und wollen helfen», betont Vereinspräsident Luki Frieden. Jeder Franken für den FC sei wichtig. Und auch ein bisschen träumen sei erlaubt: «Vielleicht haben wir ja dereinst so viele Vereinsmitglieder, dass wir zum heimlichen Hauptsponsor werden.» Er glaube daran, dass viele Herzblut für den FC haben und bereit sind zu helfen – eben nicht nur mit «Likes» und netten Kommentaren auf Facebook.

Beim FC Thun kommt die Gründung des Vereins «Härzbluet für üse FC Thun» sehr gut an: «Wir freuen uns riesig und sind gerührt ob dieser Solidarität und der Bereitschaft, aus reiner Verbundenheit mit dem FC Thun Geld zu sammeln», sagt der Medienverantwortliche Nik Thomi auf Anfrage. Die Aktion sei «ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt der ganzen Region».

Thuner Tagblatt

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