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Guter Start mit Glocken

Mit einer Glockenausstellung beginnt das renovierte Schulhaus Saxeten sein neues Leben als Kultur- und Mehrzweckgebäude.

Mit seiner Glockenausstellung gibt Paul Seematter im umgenutzten Schulhaus einen Einblick in ein altes Kulturgut.
Mit seiner Glockenausstellung gibt Paul Seematter im umgenutzten Schulhaus einen Einblick in ein altes Kulturgut.
Sibylle Hunziker

«Diese kleinen Engadiner Kranztreicheln sind schon auf Segantinis Bildern zu sehen», sagt Paul Seematter. Auch Glocken aus Spanien und Yak-Treicheln aus dem Himalaja präsentiert die Ausstellung im Schulhaus Saxeten. Und natürlich Glocken und Treicheln aus fast allen Regionen der Schweiz – von stattlichen Innerschweizer Treicheln mit reich verzierten Riemen bis zu einer Serie aus Chamonix, deren kleinste Nummer 09 gut zu einer geschnitzten Spielzeugkuh passen würde. Die älteste datierte Glocke trägt die Jahrzahl 1793, aber einige mehrfach geflickte Treicheln schätzt Seematter auf 250 Jahre. Auch Glocken der berühmten Schopfer-Dynastie in Saanen zeigt der Sammler und erklärt, wie der Löwe mit acht Sonnen und andere geheimnisvolle Zeichen die Tiere auf der Alp schützen sollten. Und man kann sich gut vorstellen, dass der Elefant auf der afghanischen Kamelglocke eine ähnliche Bedeutung hat.

Grosses Interesse

Mindestens ebenso wichtig wie das Aussehen ist der Klang. Seematter schlägt eine an, die eine Minute lang nachschwingt, und führt den Wohlklang eines gestimmten Zügelgeläutes aus sieben Glocken vor. Und die seltenen Matten-Glöckli, die vor mehr als 150 Jahren auf dem Bödeli gegossen wurden, kennt der Spezialist an ihrem reinen Klang.

Schulhaus als Kulturraum

96 Glocken und Treicheln zeigt der Saxeter Landwirt und Postautochauffeur in der Ausstellung, mit der das ehemalige Schulhaus von Saxeten sein neues Leben als Kulturhaus beginnt – und staunt über die vielen Besucher, die seit der Eröffnung gekommen sind. Besonders freut der erfolgreiche Start den Gemeindepräsidenten Martin Boss und Ueli Bettler – beide Mitglieder der Kommission, die sich im Auftrag der Gemeindeversammlung um die sanfte Renovation und die Umnutzung des Schulhauses kümmert. «Dieses Jahr finden schon einige kulturelle Anlässe statt», sagt Ueli Bettler. Aber mit den zwei heimeligen ehemaligen Schulräumen und der kleinen Küche eignet sich das Haus für alle Arten von Kursen, für Familienfeste oder Retraiten, zumal das Hotel Alpenrose gleich um die Ecke liegt.

Die Saxeter Kinder gehen seit letztem Sommer unten im Tal in Wilderswil zur Schule. «Uns ist aber wichtig, dass das Schulhaus ein Ort bleibt, den die Bevölkerung brauchen kann – ein Ort, wo man sich trifft», sagt Martin Boss.

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