Grosse Namen für den kleinen See

Kandergrund

«Juwelen» wollen sie erhalten, die neuen Hauptaktionäre der Blausee AG. Der frühere Nationalbankpräsident, der Tourismusexperte sowie der Netzwerker und Marketingspezialist setzen auf die Einzigartigkeit des Gletschersee.

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Der Blausee beherbergt regelmässig mehr oder weniger prominente Gäste – das Ambiente und die relative Abgeschiedenheit sorgen für Ruhe und begünstigen wohl auch Verhandlungen abseits der Öffentlichkeit. Eines dieser Gespräche hat zur Folge, dass die Blausee AG nun auch Prominenten gehört: Stefan Linder aus Reichenbach, Mitgründer und CEO des Swiss Economic Forum (SEF), ist hervorragend vernetzt und hat Erfahrung in Marketing und Kommunikation.

Mit André Lüthi ist ein erfahrener Touristiker vertreten. Der Präsident und CEO der Globetrotter Group ist Chef von zehn Unternehmen in der Reise- und Tourismusbranche. Und Philipp Hildebrand ist ein begeisterter Fischer. Der international bekannte Bank- und Finanzexperte ist Vizepräsident des weltweit grössten Vermögensverwalters Blackrock. Vorher war er Präsident der Schweizerischen Nationalbank.

Netzwerk nutzen

Zusammen haben die drei ein gewaltiges Netzwerk. Dies ist auch ein Potenzial, das die drei Neuen für die Weiterentwicklung der Blausee AG – die neben dem gleichnamigen See auch die St.Petersinsel führt (siehe Kasten) – sehen. «Im Sommer ist am Blausee mit 1000 Gästen pro Tag nichts mehr zu machen. Aber der Winter und insbesondere die Wochentage könnten noch vermehrt für Firmen, Vorstände und Gruppen interessant sein», schaut der neue VR-Präsident Stefan Linder vorwärts. «Politik und Wirtschaft reden eh zu wenig zusammen. Das hier wäre ein Ort für informelle Treffen», wirbt der SEF-Gründer. Wie die Entwicklung im Kandertal konkret aussieht, wird an den nächsten Verwaltungsratssitzungen bestimmt.

Alle drei – inklusive früherem Besitzer und jetzigem Minderheitsaktionär Max Lienhard – betonen, dass sie die «Juwelen» St.Petersinsel und Blausee im bisherigen Sinn weiterführen wollen. Bereits in der Schublade sind Ausbauprojekte für das Hotel und für Bungalows auf Stelzen (Baumhäuser), die wieder hervorgenommen würden. Für Lienhard sind das Perspektiven «für die nächsten 15 Jahre». Von einem drohenden Disneyland distanzieren sich die Eigner, neben der wirtschaftlichen Komponente spiele bei allen eine emotionale Verbundenheit mit den Orten, wie sie jetzt seien, eine wichtige Rolle für ihr persönliches Engagement. Der Kaufpreis wird verschwiegen.

Schweizer Lösung gefunden

Für den früheren CEO der Hess Group, Max Lienhard, der 2008 die Blausee AG gekauft hat, ist somit die Nachfolge gelöst. Nach seinem 70.Geburtstag im letzten Jahr habe er dies regeln wollen. Ein Verkauf ins Ausland sei keine Option gewesen, «obwohl Interessenten aus Russland und China vorhanden gewesen sind». Die Schweizer Lösung überzeugte ihn: Alle drei sind mit dem Ort verbunden, haben dort schon gefischt, getaucht oder sich erholt. Für die Angestellten soll sich nichts ändern.

Berner Oberländer

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