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Gondelbahn in desolatem Zustand

Weiterhin kein Betrieb für die Gondelbahn Rougemont–La Videmanette: Untersuchungen zeigen, dass Hunderte von Teilen ersetzt werden müssen. Trotzdem ist der Skibetrieb gesichert. Ein Busdienst fährt nach Saanen.

Die Bergbahn Rougemont–La Videmanette. Vor bald zwei Wochen stürzte eine leere Gondel in die Tiefe.
Die Bergbahn Rougemont–La Videmanette. Vor bald zwei Wochen stürzte eine leere Gondel in die Tiefe.
Archiv Ruth Oehrli

Die gute Nachricht zuerst: Das Skigebiet Eggli–La Videmanette ist offen, und superpräparierte, breite und sehr angenehme Pisten laden zum Vergnügen – bis hinunter nach Rougemont. Auch das Restaurant mit regionalen Spezialitäten und dem unvergleichlichen Gipfelpanorama ist offen. Weniger gut ist, dass die Bergfahrt mit der Gondelbahn von Rougemont aus nicht möglich ist, weil diese seit dem Absturz einer leeren Gondel am 16.Januar bis auf weiteres ausser Betrieb ist. Als Ersatz steht ab morgen Samstag jedoch ein Bus bereit, der im 20-Minuten-Takt von der Talstation zwischen den Talstationen Rougemont und Saanen-Eggli pendelt. Dies täglich von 10 Uhr morgens bis 17.20 Uhr abends.

Die schlechte Nachricht

Und jetzt die schlechte Nachricht: Gestern teilte die Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG) mit: «Experten der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) haben bei Stichproben an Zentralrohren und Zahnrädern der Gondelklemmen Ermüdungserscheinungen und Anzeichen für Sprödigkeit gefunden.» Deshalb bleibe die Gondelbahn Rougemont–La Videmanette bis auf weiteres geschlossen. Der BDG sei empfohlen worden, «die betroffenen Teile an allen 150 Klemmen komplett zu ersetzen», so die Mitteilung.

Ersatz produzieren

«150 Hauptrohre und 150 Zahnräder gibt es nicht konfektioniert. Sie müssen alle produziert werden», erklärte gestern am Telefon BDG-Direktor Armon Cantieni. Die Geschäftsleitung werde die Umsetzung dieser Empfehlung beraten. Auf die Frage nach den Kosten und ob die BDG diesen Schaden nicht hätte selber feststellen können, erwidert der Bergbahnenfachmann: «Die Kosten für diese Teile können jetzt berechnet werden, da wir im Besitze dieser Information sind.» Und die Prüfung der jetzt auszuwechselnden Teile sei, wie vorgeschrieben, periodisch erfolgt. Nach dem Zwischenfall habe die Thuner Firma Matexpert spezifisch untersucht. Diese war gestern telefonisch nicht erreichbar.

Nano- und Mikrountersuch

«Die Metallstrukturen der Teile wurden genauestens, im Nanobereich, untersucht. Bei diesem Vorgehen sind auch allerkleinste Risschen festzustellen, welche von blossem Auge niemals sichtbar wären», erklärt Walter Germann. Gemäss dem technischen Leiter Betriebe der BDG erfolgen Rissprüfungen periodisch und genügten in der Regel. Zudem: «Heute ist die Stahlqualität besser als beim Bahnneubau im Jahr 1984», erläutert Walter Germann.

Neubau vor 2016?

Plant die BDG, den für 2016 vorgesehenen Neubau der Gondelbahn Videmanette vorzuziehen? «Natürlich prüfen wir auch diesen Aspekt. Der Verwaltungsrat diskutiert zurzeit diesen Grundsatzentscheid», so Armon Cantieni.

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