Gletschertreppe wurde aufgegeben

Grindelwald

Die touristisch einst rege genutzte Holztreppe zum Oberen Grindelwaldgletscher ist geschlossen. Was dereinst mit ihr geschehen soll, ist noch nicht geklärt.

Bruno Petroni

Ein trauriges Bild zeigt sich dem Betrachter am Wandfuss des 160 Meter hohen Hehlischopfs: Ein Jahr nach ihrem 50-jährigen Bestehen wurde die 890 Stufen lange Holztreppe vom Gletschersand zum 160 Meter höher gelegenen, markanten Terrassenfels schon vor Jahresfrist aufgegeben. Die Holzgeländer sind demontiert, und im untersten Bereich sind einige Stufen entfernt worden.

Vorläufig kein Rückbau

Die Aufrechterhaltung des Barbetriebs auf dem Hehlischopf rentierte dem langjährigen Betreiber Hansruedi Moser und der Bergschaft Scheidegg nicht mehr. Dazu kommt, dass der obere Bereich der Holztreppe letztes Jahr durch ein Unwetter arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, was laut Bergschaftspräsident Ueli Baumann hohe Reparaturkosten zur Folge hätte. Hingegen soll die Treppe vorläufig nicht ganz zurückgebaut werden, «denn solange nicht feststeht, ob und wofür in Zukunft der Hehlischopf eventuell für touristische Angebote welcher Art auch immer genutzt werden kann, macht der Rückbau wenig Sinn», sagt Baumann auf Anfrage.

Hängebrücke zu verkaufen

Es ist erst 25 Jahre her, seit der Obere Grindelwaldgletscher noch bis zum Gletschersand hinuntergeführt hat. Es war die Blütezeit des Hehlischopfs. Die Touristen stiegen in grossen Scharen die 890 Holzstufen hoch, um sich das Naturspektakel von oben anzusehen.

Auch vor 7 Jahren herrschte auf dem Hehlischopf noch Aufbruchstimmung: Für 43'000 Franken wurde am hinteren Rand des Hehlischopfs eine 60 Meter lange Hängebrücke über die 56 Meter hohe Schlucht gebaut. Zweck des Übergangs war es, den Touristen den Blick auf den Oberen Grindelwaldgletscher zu ermöglichen, der sich seit den 90er-Jahren um jährlich bis zu 50 Meter zurückzieht. Doch auch damit war bald Schluss, denn der Gletscher verschwand bald auch hinter den Felsen des Unteren Wächsel. Die Idee eines weiteren Holzleiternwegs bis hin zur Gletscherzunge wurde diskutiert, aber fallen gelassen. Jetzt wird die Nepal-Brücke in demontiertem Zustand beim Hehlischopf oben gelagert. Die Bergschaft sucht einen interessierten Käufer dafür.

Berner Oberländer

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