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Gletscherseen an der Plaine Morte entleert - keine Schäden

Zwei der drei Gletscherseen auf der Plaine Morte im Berner Oberland haben sich entleert. Das Wasser hat im Tal keine Schäden angerichtet.

Da nun lediglich noch ein See voll sei, habe sich die Gefahr stark reduziert, teilte die Gemeinde Lenk am Dienstag mit. Die Gletscherseen werden trotzdem weiterhin rund um die Uhr überwacht. Es könne nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Seen wiederum füllten.

Nach Angaben der Behörden entleerten sich die beiden Seen im Verlauf der vergangenen zwei Wochen. Die Abflussspitzen im Tal betrugen rund 25 Kubikmeter pro Sekunde und lagen damit unter der kritischen Grenze.

Sonden und Frühwarnsystem

Schmelzwasser hat in den vergangenen Jahren am Rande des Plateaugletschers Plaine Morte an der Grenze der Kantone Bern und Wallis mehrere Seen gebildet. Mitte Juli vergangenen Jahres lief einer der Seen innert kürzester Zeit aus. Die Simme, die Richtung Lenk abfliesst, führte daraufhin viel Wasser und trat teilweise über die Ufer.

Die Behörden liessen ein Sonde anbringen, die bei Bedarf im Tal Hochwasseralarm auslöste. Im Winter wurde diese Sonde abgebaut. In diesem Sommer wurde nun ein Frühwarnsystem mit Sonden und Kameras an den drei grössten Gletscherseen Strubel, Vatseret und Faverges aufgebaut.

Klimawandel mit handfesten Folgen

Der Klimawandel hat sich in den vergangenen Jahren vielerorts in den Alpen bemerkbar gemacht. Die Böden im Hochgebirge tauen stärker auf und die Gletscher schmelzen. Dies führt mitunter zu Erdrutschen und Murgängen.

Im Gebiet des Unteren Grindelwaldgletschers gerieten beispielsweise 2005 und 2006 grössere Gesteins- und Felsmassen in Bewegung und es bildete sich ein Gletschersee. Um dessen Gefahr zu bannen, musste eigens ein Abflussstollen gebaut werden. Am Ritzlihorn im Grimselgebiet bröckelt der Fels ebenfalls. Bei starkem Regen schiesst das lockere Gestein als Murgang ins Tal. Das Material bleibt in der Aare und auf dem Talboden liegen. Über kurz oder lang könnte sich die Aare deshalb einen neuen Weg suchen.

Von diesen Naturgefahren besonders betroffen ist der Weiler Boden bei Guttannen. Ein erstes Haus musste bereits aufgegeben werden. Weitere dürften in den nächsten Jahren wohl folgen.

SDA/jzu

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