Zum Hauptinhalt springen

Gericht erteilt Wasserwendi-Projekt eine Teilabsage

Ein Luxushotel mit 40 Suiten wollen südafrikanische Investoren aus dem Ferienhaus Wasserwendi machen. Nun hat das Verwaltungsgericht den Plänen eine Absage erteilt und die Bewilligung des Regierungsstatthalteramtes in Teilen zurückgenommen.

Claudius Jezella
Südansicht des Ferienhauses Wasserwendi samt Restaurant im Erdgeschoss. Das Ferienhaus auf dem Hasliberg, gleich oberhalb der Talstation der Gondelbahn Hasliberg–Käserstatt gelegen, soll umgebaut werden.
Südansicht des Ferienhauses Wasserwendi samt Restaurant im Erdgeschoss. Das Ferienhaus auf dem Hasliberg, gleich oberhalb der Talstation der Gondelbahn Hasliberg–Käserstatt gelegen, soll umgebaut werden.

Umbau des sanierungsbedürftigen Ferienhauses Wasserwendi in eine Appartementanlage mit Wellnessbereich und Tiefgarage, dazu der Bau neuer Chalets mit Appartements –so sehen die Pläne der Wasserwendi Swiss Resort AG aus. Hinter dieser Aktiengesellschaft steht eine Gruppe von Investoren aus Südafrika, die das in die Jahre gekommene Ferienhaus auf dem Hasliberg im August 2008 für 1,1 Millionen Franken gekauft hat (wir berichteten). Das Ferienhaus solle ausgehöhlt und in ein Vier- oder sogar Fünf-Stern-Hotel verwandelt werden, erläuterte der Meiringer Architekt Adrian Ruch 2008. Von 40 Suiten mit insgesamt 80 bis 100 Betten war die Rede, eine Eröffnung bereits für Weihnachten 2010 anvisiert worden.

Appartements verkaufen

Nun, drei Jahre später ist von dem Luxushotel noch immer nichts zu sehen – im Gegenteil. In einem nun veröffentlichten Urteil hebt das Verwaltungsgericht eine Verfügung des Regierungsstatthalters von Interlaken-Oberhasli vom Dezember 2010 – in Teilen – auf und macht der Wasserwendi Swiss Resort AG einen Strich durch das Betreiberkonzept. Dieses sieht nämlich vor, die Appartements weiterzuverkaufen – an finanzstarke Privatpersonen aus dem Inland, aber auch aus dem Ausland. Die Betreiber unterscheiden dabei drei Modelle: 1.hotelmässig bewirtschaftete Wohneinheiten, 2.ausschliesslich hotelmässig genutzte Wohneinheiten und 3.nicht hotelmässig bewirtschaftete Wohneinheiten. Das Regierungsstatthalteramt gab sein Einverständnis dazu. Doch die Verwaltungsrichter sind nur mit Modell 2 einverstanden: Die Wasserwendi Swiss Resort AG darf ausschliesslich als Hotelzimmer genutzte Appartements erstellen und auch an Ausländer verkaufen. Eine Privatnutzung der Appartements ist bei diesem Modell jedoch ausgeschlossen.

Um warme Betten bemüht

In den beiden anderen Fällen verweigern die Richter jedoch ihre Zustimmung: Nicht hotelmässig bewirtschaftete Wohneinheiten – also Ferienwohnungen – dürfen die südafrikanischen Investoren nicht erstellen, um sie an In- oder Ausländer weiterzuverkaufen. Genauso verhält es sich nach Auffassung der Richter mit hotelmässig bewirtschafteten Wohneinheiten. Dabei handelt es sich um Appartements, die von den Besitzern zeitweise als Ferienwohnung genutzt werden. In der übrigen Zeit stellen die Besitzer diese jedoch dem Hotel zur Verfügung, damit sie an Hotelgäste vermietet werden können. Das sorgt zwar für eine bessere Auslastung und warme Betten, ist aber im Fall der Wasserwendi Swiss Resort AG mit ihren südafrikanischen Geldgebern und eventuellen ausländischen Käufern der Appartements laut Verwaltungsgerichtsentscheid nicht rechtmässig.

Inwieweit sich das Wasserwendi-Projekt unter diesen neuen Voraussetzungen überhaupt realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Gestern konnte von den afrikanischen Investoren keine Stellungnahme eingeholt werden.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch