Fuhrenmatte: Welcher Bau darf es denn sein?

Grindelwald

Vier Architektenteams haben Vorschläge für die Überbauung der Wiese oberhalb des Bahnhofs in Grindelwald ausgearbeitet. Nun lässt man die Bevölkerung zu Wort kommen. Gemäss den Initianten ein schweizweites Novum.

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Lange schon ist die Zukunft der Fuhrenmatte im Dorf ein Gesprächsthema, nun nimmt eine mögliche Überbauung Form an. Vier Formen, um genau zu sein. Die Grundeigentümerin, die Swiss Alp Resort AG (SAR), präsentierte am Donnerstag den Medien vier mögliche Gebäudevarianten. Diese tragen Namen wie «Bergmatte», «Rückgrat», «Mittellegi» oder «Auftakt» und sehen unterschiedliche Nutzungen vor.

«Vier Architekturbüros wurden 2009 zu einem Ideenwettbewerb eingeladen», erklärte Peter Wiesli, Verwaltungsratspräsident der Swiss Alp Resort, einer Tochterfirma der Hotel Schweizerhof AG. «Eine Fachjury hat die Vorschläge bewertet und alle für machbar erklärt.» Alle Varianten würden eine Zentrumsüberbauung am Bahnhofplatz mit verschiedenen Nutzungen vorsehen. Die Namen der vier Architekten hält man vorerst geheim, sie alle hätten aber eine enge Beziehung zum Ort. «Als Grundeigentümerin ist man sich bewusst, dass der Bahnhofplatz zu den wichtigsten Standorten für das Erscheinungsbild von Grindelwald gehört.» Daher wolle man vor einem Baugesuch die Meinungen der Grindelwalder näher kennen lernen.

Die Stimmberechtigten haben im Dezember 2008 für dieses Gebiet eine Zone mit Planungspflicht und einer Überbauungsordnung genehmigt.

Kein Grossverteiler

«Wir werden am 5.Mai einen Postversand an alle Haushaltungen in Grindelwald vornehmen», erklärte Rolf Portmann, Verwaltungsratspräsident der Hotel Schweizerhof AG. Rund 650 Exemplare des Fragebogens werden demnach am 5.Mai versandt, bis Ende Mai läuft die Befragung. Portmann: «Der Eingang der Fragebogen wird durch einen Notar bestätigt, nach der umfassenden Auswertung wollen wir im Sommer nochmals informieren.» Er hält jedoch fest, dass es sich lediglich um eine Befragung, nicht aber um eine öffentliche Mitwirkung handelt. Dennoch: «Diese Befragung ist wohl ein schweizweites Novum, dies begrüssen auch die Gemeinde Grindelwald und die Jungfraubahnen sehr.» Im mehrseitigen Befragungsbogen sind alle Projekte mit Skizzen und einer detaillierten Beschreibung aufgeführt. Eine Frage bezieht sich auf die architektonische Gestaltung, die man von 1 bis 4 bewerten kann.

Die zweite Frage bezieht sich auf die Wichtigkeit der Angebote: etwa Hotels (drei und vier Sterne), Detailhandelsgeschäfte (ohne Grossverteiler), Gesundheitshaus (Ärzte, Zahnarzt, Therapie etc.) und betreutes Wohnen. Beim letzten Punkt stellt man sich insbesondere Alterswohnungen vor. Nicht geplant sind hingegen Ferienwohnungen, deshalb entfällt auch der Erstwohnungsanteil.

Baugesuch frühestens 2012

Wenn die Befragung abgeschlossen ist, will man das gewählte Projekt ausarbeiten. «Die Nutzfähigkeit der Projekte muss noch nachgewiesen werden», sagt dazu Otto Hauser, Inhaber des Hotels Schweizerhof und SAR-Verwaltungsratsmitglied. «Der Bau muss schwarze Zahlen schreiben, so viel ist klar.»

Ein mögliches Baugesuch könne frühestens im Jahr 2012 erwartet werden. Für die Realisierung brauche es aber sicher einen Investor.

Berner Oberländer

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