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Föhnsturm deckte Häuser ab – keine Verletzten

Der starke Föhnwind verursachte in der Nacht auf Sonntag in mehreren Regionen grosse Schäden. Abgedeckte Häuser und Stromausfälle waren keine Seltenheit. Nach bisherigen Informationen sind keine Menschen verletzt worden.

Hans Urfer
Diese Tanne traf einen Gebäudeteil des Hotels Palace in Wengen.
Diese Tanne traf einen Gebäudeteil des Hotels Palace in Wengen.

«Es sieht schlimm aus», sagte gestern Nachmittag Christian Rubin, Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Frutigen-Niedersimmental, nachdem er in der Region Gilbach in Adelboden die beschädigten Häuser gesehen hatte. Ein Gebäudeteil des Restaurants Des Alpes wurde vom Sturm weggerissen, drei Wohnhäuser standen ohne Dach da. «Auch die Fernwärmezentrale ist von herunterstürzenden Bäumen beschädigt worden, und wir haben mehrere grössere Waldschäden zu beklagen», sagte Rubin. In Adelboden war der Föhn laut dem Wetterdienst Meteonews mit bis zu 130 Stundenkilometern durchs Tal gebraust. Den Spitzenwert meldete Meteonews aus Meiringen, wo Böen mit bis zu 146,2 Stundenkilometern gemessen wurden.

Nicht nur im Kandertal richteten die starken Windböen beträchtlichen Schäden an. So waren bei der Kantonspolizei bis gestern Mittag knapp 70 Meldungen eingegangen, wie die Kapo mitteilte. Die meisten wegen entwurzelter Bäume, die Strassen blockierten. So musste die Hauptstrasse zwischen Zweisimmen und Saanen vorübergehend gesperrt werden. In Gsteig bei Gstaad sei ein Holzunterstand auf ein Fahrzeug geweht worden. Meldungen über Verletzte lagen nicht vor.

Zugverkehr eingeschränkt

Da Strommasten und Bäume auf Fahrleitungen gefallen waren, konnten die Berner-Oberland-Bahn (BOB), die Wengernalpbahn (WAB, die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM) und die Jungfraubahnen (JB) ihren Betrieb nicht aufnehmen. Ersatzbusse waren im Einsatz. Am Abend konnte Simon Bickel, Medienverantwortlicher der Jungfraubahnen, teilweise Entwarnung geben. «Die BOB wird ab Montag wieder fahrplanmässig, die WAB wie seit Sonntagnachmittag im Halbstundentakt verkehren. Der Betrieb der BLM bleibt bis auf weiteres eingestellt, das Dorf Mürren bleibt aber mit der Schilthornbahn erreichbar», sagte Bickel. Im Verlauf des heutigen Vormittages wird zudem entschieden, ab wann von der Kleinen Scheidegg wieder aufs Jungfraujoch gefahren werden kann.

Vom Föhnsturm verschont wurde die Harderbahn, die ihre Gäste auf den Interlakner Hausberg fahrplanmässig beförderte. Keine Fahrten waren auf den Niesen möglich, weil der Standseilbahn wegen des Sturms eingestellt war.

In mehreren Teilen des Oberlandes fiel der Strom aus. In Grindelwald beispielsweise vom Sonntagmorgen 5.20 bis um 14 Uhr, wie Gemeindepräsident Emanuel Schläppi auf Anfrage sagte. «Schlimmer sind aber die Gebäudeschäden in der Schwendi, wo zum Glück keine Verletzten zu beklagen sind und die Tiere rechtzeitig aus einer Scheune in Sicherheit gebracht werden konnten», sagte der Gemeindepräsident. Apropos Tiere: Die Gehege des Tierparks Riegelsee in Kandergrund wurden durch den Sturm zerstört, und die Tiere mussten wieder eingefangen werden. Ob der vermisste Steinbock wieder aufgetaucht ist, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

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