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«Feuz soll mich in Wengen ablösen»

Beinahe schon fünf Jahre ist es her, dass Weltmeister Bruno Kernen vom Skisport zurückgetreten ist. Für die Oberländer Skiwoche und als Kamerafahrer für das Fernsehen kehrte er in seine Heimat zurück.

Jürg Spielmann
Drei Oberländer Skisportgenerationen unter sich: Alt-Bundesrat Adolf Ogi (links), Ex-Skirennfahrer Bruno Kernen und der Saaner Ex-Skirennfahrer Gusti Oehrli (rechts).
Drei Oberländer Skisportgenerationen unter sich: Alt-Bundesrat Adolf Ogi (links), Ex-Skirennfahrer Bruno Kernen und der Saaner Ex-Skirennfahrer Gusti Oehrli (rechts).

Wie hart ist es mittlerweile, den 1290 Meter langen Riesenslalom am Chuenisbärgli für die TV-Kamerafahrt zu meistern? Bruno Kernen: Ich bin diesen Winter noch nicht viele Tage im Schnee gewesen. Sagen wir es so: Es war etwas härter als auch schon. Ein gewisser Grundstock an Kraft ist jedoch vorhanden (greift sich an die Oberschenkel). Auch wenn ich wegen der Arbeit nicht mehr so viel Zeit zum Trainieren habe, wie ich das gerne möchte.

Die vielen Pistenarbeiter haben im Vorfeld der Rennen fast Unmenschliches geleistet, damit die Klassiker trotz Nässe und Neuschnee durchgeführt werden konnten. Von überall her gab es Lob, wie erlebten Sie die Piste? Sensationell, griffig und im Mittelteil gar etwas eisig – zumindest für mich. Für die Fahrer war es dort vielleicht auch nur griffig Ich musste aber nicht forcieren, im Fernsehen sieht man ja nicht, ob ich auf der Kamerafahrt fünf Sekunden schneller oder langsamer bin. Nur stürzen oder einfädeln sollte ich nicht.

Sie wagten sich sogar auch durch die Slalomtore – da wird es für Sie nächste Woche in Wengen etwas einfacher... ... am Lauberhorn ist es mir «chli wöhler» als im Slalom, ja.

Wie ist es für Sie, nach Wengen zurückzukehren? Wengen ist schön, Wengen ist speziell, Wengen ist Wengen. Als kleiner Bub habe ich davon geträumt, dort zu fahren und zu gewinnen. Diesen Traum habe ich mir selber erfüllt.

Die Vorfreude ist also gross? Ja, schon jetzt. Die Berner Oberländer Skiwoche ist ein starkes Stück Skisport. Und der ist bis heute meine Passion geblieben.

Sie sind der letzte Berner Lauberhorn-Sieger, haben 2003 zugeschlagen. Wie wäre es, würden Sie am Wochenende von Beat Feuz abgelöst? Ich hoffe, er löst mich in einer Woche als Berner Lauberhorn-Sieger ab, kein Problem!

Es wäre halt kein Oberländer... ... Emmentaler oder Oberländer, das ist doch egal. Es macht Freude, zu sehen, wie gut er fährt. Trotzdem sollte man vor den Klassikern in Wengen oder Kitzbühel aufpassen, dass man die Erwartungen nicht zu hoch schraubt. Obwohl: Er ist ein Schlitzohr, auch wenn ihm die Erfahrung noch etwas fehlt.

Über wen führt der Abfahrtssieg in Wengen? Über Miller, Cuche, Kröll, Défagooder eben Beat Feuz.

Sie leben in der Bündner Herrschaft – wie oft sind Sie noch daheim im Berner Oberland anzutreffen? Für meinen Geschmack zu wenig. Ich war über Weihnachten ein paar Tage da gewesen.

Ihr Bub Cem Taha ist 4-jährig – fährt er auch schon Ski? (Schmunzelt) Ja. Nur mit dem Kurvenfahren und dem Bremsen hat er es noch nicht so.

Und? Gibt es aus ihm einen «neuen» Kernen? Eine genetische Vorbelastung ist auszumachen: Er will immer möglichst schnell unten sein...

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